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ATZextra

, Volume 22, Supplement 2, pp 72–72 | Cite as

Technologievielfalt Herausforderung und Chancengeber

  • Dietmar Bichler
Gastkommentar

Mit der „automobilen Disruption“ beschreiben die Marktakteure die technologische Dynamik in der Branche. Insbesondere die Digitalisierung führt zu einer hohen Veränderungsgeschwindigkeit. Künstliche Intelligenz, das Internet der Dinge oder die Robotik verlangen von den Unternehmen, sich neue Technologien zu erschließen und zu nutzen, beispielsweise in der Automatisierung rund um den branchenübergreifenden Trend Indus-trie 4.0. Im Bereich des vernetzten und autonomen Fahrens wird das Auto zum Sensor und Datenlieferanten. „Smart Data“ wird zum Rohstoff für neue Geschäftsfelder. Das Fahrzeug wird Teil des Internet of Things (IoT) und dadurch zum größten mobilen persönlichen Device.

Auch die zunehmende gesetzliche Regulierung forciert den Technologiewandel. Um Schadstoffe zukünftig weiter zu reduzieren, will die deutsche Automobilindustrie laut VDA bis 2020 über 40 Mrd. Euro in alternative Antriebe investieren und ihr Modellangebot an Elektrofahrzeugen mehr als verdreifachen — von derzeit 30 Modellen auf knapp 100. Parallel werden die konventionellen Antriebe wie Benziner und Diesel weiterentwickelt und optimiert. Dabei verfolgt die Branche das Ziel, auf beiden Linien erfolgreich zu sein.

Die Automobilindustrie gestaltet diese Veränderungen aktiv: Das gilt für Produktentwicklung und Produktionsprozesse genauso wie für Arbeitsumfeld und -kultur. Für Engineering-Partner wie Bertrandt verändern sich aufgrund der Technologiesprünge die Rahmenbedingungen für die Entwicklungsarbeit: Wir übernehmen mehr Verantwortung in übergreifenden Projekten, Teams werden interdisziplinärer. Entwicklungsdienstleister übernehmen in diesem Prozess auch deutlich mehr Verantwortung. Wir bringen Steuerungs- und Projektmanagement-Kompetenz ein. Durch gutes Schnittstellenmanagement bearbeiten wir größere Gewerke mit längeren Projektlaufzeiten — intern genauso wie bei der Koordination beteiligter Geschäftspartner. Dies wird zusätzlich von der Verkürzung der Modelllebenszyklen überlagert.

Mobilität wird insgesamt komplexer. Technologien aus anderen Branchen beeinflussen die Entwicklung, zum Beispiel das Fahrzeug als Teil des IoT oder Algorithmen wie das Maschinenlernen. Dafür bieten wir ergänzende Leistungen. Wer in diesem Markt erfolgreich agieren möchte, muss das auch in seinen Kompetenzen abbilden. Bertrandt hat in den vergangenen Jahren intensiv in den Aus- und Aufbau von Infrastruktur und Anlagen investiert. Das geschieht nicht nur in den Megatrends wie Elektrik/Elektronik oder bei neuen dreidimensionalen Visualisierungstechniken, sondern über die gesamte Leistungsbreite. Künftig werden wir noch mehr Verantwortung in interdisziplinären Projekten übernehmen. Es ist unser Ziel, die Chancen bestmöglich für unser Unternehmen zu nutzen und die technologischen Veränderungen im Sinne unserer Kunden weltweit zu begleiten.

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 2017

Authors and Affiliations

  • Dietmar Bichler
    • 1
  1. 1.Deutschland

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