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ATZextra

, Volume 22, Supplement 1, pp 3–3 | Cite as

Unaufhaltsam

  • Markus Bereszewski
Editorial

Liebe Leserin, lieber Leser,

die 48-Volt-Hybridisierung erfreut sich zunehmender Beliebtheit. Kein Wunder, denn sie bietet zahlreiche Vorteile, die, je nach Art des Hybridkonzepts, sogar mit relativ geringem Aufwand erzielt werden können. Allein die mögliche Verbrauchssenkung von 21 Prozent, die Rudolf Stark von Continental im Interview thematisiert, ist ein gewichtiges Argument und in diesem Sonderheft sind weitere Vorteile ausführlich beschrieben. Stark rechnet daher damit, dass 2025 die Hälfte aller elektrifizierten Antriebe 48-Volt-basierend sein werden.

Eine aktuelle Studie von Deloitte hat ebenfalls das Jahr 2025 als Referenzzeitpunkt und beschäftigt sich auch mit dem Thema Elektrifizierung, wirft jedoch ganz andere Fragen auf, nämlich zur Zukunftsfähigkeit der klassischen OEMs. Deloitte rechnet damit, dass 2025 in Deutschland 40 Prozent der Kfz-Neuzulassungen einen E-Antrieb haben werden und dass dieser Umstand negative Auswirkungen auf die Anzahl der Arbeitsplätze haben wird, da Elektro-antriebe nun einmal einfacher zu bauen seien als Verbrennungsmotoren. Zudem seien ganz andere Qualifikationen der Mitarbeiter notwendig und sogar ganz neue Geschäftsmodelle der Hersteller erforderlich, um zukunftsfähig zu sein. Die größte Chance sehen die Marktauguren bei der Datenmonetarisierung und den Mobilitätsdienstleistungen. Über 15 Prozent des Gesamtumsatzes eines OEMs könnten diese 2025 betragen, vorausgesetzt man hat die Weichen rechtzeitig und richtig gestellt. Denn je nach Ausgangslage und Investitionspotenzial sei für die Hersteller quasi alles drin. Das Spannungsfeld reiche von einer Strategie als Komplettanbieter hoch technisierter Fahrzeuge und Ser-vices, der Softwareentwicklung und Mobilitätsdienstleistungen eigenständig vorantreibt, bis hin zum Worst-Case-Szenario als Plattformlieferant für Google und Co. — eine Art Foxconn der Automobilindustrie.

Das Gute ist, dass das den OEMs nicht neu ist und ich niemanden kenne, der nicht schon längst Gedankenspiele oder gar Konkreteres in diese Richtung unternommen hat. Noch besser ist aber für die Hersteller, dass die Hybridisierung die bisherigen Antriebe zunächst einmal komplexer macht.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen viel Spaß bei der Lektüre dieser ATZextra.

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 2017

Authors and Affiliations

  • Markus Bereszewski
    • 1
  1. 1.Springer Corporate SolutionsDeutschland

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