ATZextra

, Volume 22, Supplement 1, pp 50–50 | Cite as

Der Antrieb der Zukunft

  • Alexander Kruse
Gastkommentar
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Die Automobilindustrie steht vor gewaltigen Herausforderungen. Eine der drängendsten Fragen: Wie sieht der Antrieb der Zukunft aus? Das Batterie-Elektrofahrzeug (BEV), davon bin ich überzeugt, wird sich nach und nach durchsetzen. Die Frage ist nur wie schnell, auf welchen Märkten und in welchen Fahrzeugklassen? Aber auch für Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor wird es noch lange einen Markt geben. Wie viel Verbrennungsmotor künftig nötig und unter CO2-Emissionsgesichtspunkten überhaupt möglich ist, bleibt aber abzuwarten. Spannend ist auch, wie lange der konventionelle Antriebsstrang auf dem Markt noch bestehen kann, wie sehr kann er kostengünstig elektrifiziert werden? Kann man mit der 48-Volt-Technik auch vollwertige Hybridfahrzeuge (HEV) bauen oder muss es künftig immer ein deutlich teureres Hochvoltsystem sein?

Natürlich spielt auch das unterschiedliche Mobilitätsbedürfnis in den verschiedenen Märkten eine Rolle. Auch die Frage nach der benötigten elektrischen Reichweite und der ausreichenden Ladeinfrastruktur stellt sich in jedem Markt neu.

Daher ist die Entwicklung in der Automobilindustrie auch so spannend wie nie. Es gilt, den richtigen Mix aus Elektrofahrzeug, (P)HEV und smart elektrifizierten Fahrzeugen zu finden. Auch der Verbrennungsmotor als Range Extender im Batterie-Elektrofahrzeug kann weiterhin eine Rolle spielen. Er konkurriert hier mit dem Wasserstofffahrzeug, das vielleicht noch besser in eine BEV-Architektur integriert werden kann.

Neben all den Fragen in der Antriebstechnik muss auch bei vielen weiteren Bauteilen im Fahrzeug geprüft werden, ob eine Portierung auf 48 Volt Sinn macht. Gerade energie- beziehungsweise leistungsintensive Anwendungen bieten sich hier an, zum Beispiel elektrische Heizsysteme, Pumpen, Klimakompressoren und Fahrwerkkomponenten. Hier bietet das 48-Volt-System eine höhere Leistungsdichte gegenüber 12 Volt an und ist unter Sicherheitsgesichtspunkten gut zu integrieren.

Als Grundvoraussetzung für das autonome Fahren wird ein redundantes Energiesystem gefordert, damit muss das Fahrzeug immer ausfallsicher zum Stillstand gebracht werden können. Mit einem 48-Volt-System ist das möglich.

Audi verfolgt daher den Ansatz, die richtige Technik für die richtige Anwendung einzusetzen. Im vergangenen Jahr haben wir den elektrischen Turbolader und die elektromechanische Wankstabilisierung in 48-Volt-Technik im Audi SQ7 eingeführt, und noch in diesem Jahr folgt unsere Mildhybrid-Technologie (MHEV). Wir werden mit einem Riemenstarter-Generator-System unsere Antriebe ergänzen; nach und nach wird der Einsatz von nicht-elektrifizierten Antrieben immer weiter zurückgehen. 2018 folgt dann unser erstes Elektrofahrzeug.

Der 48-Volt-MHEV ist das Audi-Angebot für die Breitenelektrifizierung. Er erschließt zusätzliche Verbrauchssenkungs-potenziale und ermöglicht weiteren Bauteilen den Umstieg in eine neue Spannungsklasse.

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© Springer Fachmedien Wiesbaden 2017

Authors and Affiliations

  • Alexander Kruse
    • 1
  1. 1.Audi AGDeutschland

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