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DNP - Der Neurologe & Psychiater

, Volume 19, Issue 2, pp 17–17 | Cite as

Körpergröße bei Kindern und Schlaganfallrisiko im Erwachsenenalter — Nachteil für die Kleinen?

  • Stefan Evers
Literatur kompakt
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Kinder, die in der Körpergröße unter dem Altersdurchschnitt liegen, haben später ein erhöhtes Schlaganfallrisiko. Die Präventivforschung sucht nach gemeinsamen Faktoren, die Körpergröße und Schlaganfallrisiko beeinflussen.

Forscher der Universität Kopenhagen/ Dänemark fanden jetzt heraus, dass körperlich kleinere Kinder ein erhöhtes Risiko für einen Schlaganfall im Erwachsenenalter aufweisen. Die prospektive Studie untersuchte die Daten von mehr als insgesamt 300.000 dänischen Schulkindern, die im Zeitraum zwischen 1930 und 1990 geboren wurden. Erhoben wurden die Angaben zur Körpergröße jeweils im Alter von sieben, zehn und 13 Jahren.

Kinder, die zwei bis drei Zentimeter kleiner als der Altersdurchschnitt waren, wiesen später ein erhöhtes Risiko auf, einen ischämischen Gehirninfarkt zu erleiden. Diese erhöhte Wahrscheinlichkeit galt für erwachsene Männer und Frauen. Männer hatten außerdem auch ein erhöhtes Risiko für einen hämorrhagischen Infarkt, wenn sie als Jungen kleiner waren als der Durchschnitt.

Die Forscher stellten weiterhin fest, dass ein Rückgang der Häufigkeit von Schlaganfällen in den meisten Ländern mit hohem Einkommen, vor allem bei Frauen, gleichzeitig mit einer allgemeinen Zunahme der Größe im Erwachsenenalter auftrat. Zusammenfassend deutet dies darauf hin, dass hier die gleichen Mechanismen zugrunde liegen, die sich auf die Entwicklung von Körpergröße als auch auf das Risiko für einen Schlaganfall auswirken.

Kommentar

Die Ergebnisse der Untersuchung haben mehr Auswirkungen auf das Verständnis der Entstehung der Erkrankung selbst als auf die klinische Risikovorhersage. Es geht also um die gemeinsamen Faktoren, die Körpergröße und auch das Schlaganfallrisiko beeinflussen. Diese Sichtweise kann in der Präventivforschung wichtig sein. Die Studie zeigt keinesfalls, dass Menschen, die kleiner als der Durchschnitt sind, sich jetzt Sorgen wegen eines drohenden Schlaganfalls machen müssen, solange sie ansonsten ihre Risikofaktoren im Auge haben. Solche Studien können also nützlich, eine verkürzte „reißerische“ Darstellung der Ergebnisse aber auch gefährlich sein.

Literatur

  1. Gjærde LK, Truelsen TC, Baker JL. Childhood stature and growth in relation to first ischemic stroke or intracerebral hemorrhage. Stroke 2018 doi: 10.1161/STROKEAHA.117.019880CrossRefPubMedGoogle Scholar

Copyright information

© Springer Medizin Verlag GmbH, ein Teil von Springer Nature 2018

Authors and Affiliations

  • Stefan Evers
    • 1
  1. 1.

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