Morbus Crohn und Colitis ulcerosa

Neue Optionen und Therapieziele steigern die Chancen der CED-Behandlung

Im Laufe der letzten Jahrzehnte haben sich die Therapieziele bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen (CED) sukzessive von der reinen Symptomverbesserung über die klinische und die kortikoidfreie Remission hin zur Mukosaheilung und zur endoskopischen Verbesserung entwickelt. Als Meilenstein auf dem Weg zur histologischen Remission, wie sie im explorativen Endpunkt der VARSITY-Studie mit Vedolizumab und Adalimumab bereits evaluiert sei, sieht Prof. Dr. Axel Dignaß, Frankfurt/Main, die Nutzung der Ultraschalldiagnostik zur Verlaufskontrolle bei Morbus Crohn (MC) und Colitis ulcerosa (CU).

Das gelte nach Auffassung von Prof. Dr. Markus F. Neurath, Erlangen, auch für Methoden der künstlichen Intelligenz durch Qualitätssteigerungen bei Endoskopie, Bildgebung, Histopathologie und der Nutzung von Diagnose-Apps. Weitere Verbesserungen erwartet er von neuen Applikationsformen. So sei in der VISIBLE-1-Studie für die s. c. Applikation von Vedolizumab (Entyvio®) eine äquivalente oder sogar verminderte Immunogenität bei zugleich höheren Talspiegeln im Vergleich zur i. v. Gabe nachgewiesen worden.

Der Erfolg einer Biologikatherapie hänge von der Therapiesequenz und dem Zeitpunkt des Therapiebeginns ab, betonte Prof. Dr. Stefan Schreiber, Kiel. Ein früher Einsatz von Biologika sei mit deutlich höheren Erfolgen für den Patienten verbunden, sagte er unter Verweis auf die VERSIFY-Studie mit dem Integrin-Antikörper Vedolizumab. Langfristig zeige sich in der Praxis gerade unter älteren Biologika wie Infliximab ein suboptimales Ansprechen der CED. So wurde etwa unter Vedolizumab eine geringere Notwendigkeit der Dosissteigerung im Behandlungsverlauf beobachtet als unter Infliximab. Zudem reduziert eine Erstlinientherapie mit Anti-TNF-Antikörpern den Erfolg nachfolgender Biologikatherapien - ein Effekt, der unter initialer Behandlung mit Vedolizumab im Praxisalltag nicht auftritt. Der erste direkte Vergleich von Adalimumab und Vedolizumab bei CU attestierte Vedolizumab nach 52 Wochen eine um 40 % höhere Effizienz bezüglich klinischer Remission, die bereits ab Woche sechs beobachtet wurde. Zugleich traten unter Vedolizumab etwa 30 % weniger infektiöse Ereignisse auf als unter Adalimumab.

Pressekonferenz anlässlich des virtuellen GASTRODIALOGS 2020 "Entwicklungen in der CED-Behandlung - innovativ umgesetzt" am 30.10.2020 (Takeda)

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Häckel, A. Neue Optionen und Therapieziele steigern die Chancen der CED-Behandlung. Gastro-News 8, 62 (2021). https://doi.org/10.1007/s15036-021-2307-z

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