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Gastro-News

, Volume 5, Issue 3, pp 65–65 | Cite as

Hepatische Enzephalopathie

Komplikationen der Leberzirrhose verhindern, Lebensdauer verlängern

  • Thomas Riedel
infopharm
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Die Häufigkeit von Leberzirrhosen und ihrer Komplikationen wird nach wie vor unterschätzt, obwohl die Folgen oft lebensbedrohlich sind. Für die Akuttherapie und die Rezidivprophylaxe steht mit Riafximin jedoch ein effektives Antibiotikum zur Verfügung.

Zu den häufigsten Komplikationen einer Leberzirrhose gehört neben dem Aszites und der Varizenblutung die hepatische Enzephalopathie (HE). Die Enzephalopathie sei nicht nur ein Symptom der Leberzirrhose, sondern trage letztlich auch zur Mortalität im Langzeitverlauf bei, erklärte Prof. Heiner Wedemeyer, Duisburg-Essen. Nach einer großen Untersuchung an 50 deutschen Kliniken haben von den Patienten mit Leberzirrhose 14 – 15 % eine HE, und die HE-Patienten eine dreifach erhöhte Mortalität. Die richtige Kodierung und adäquate Diagnose sei heute in Kliniken in Deutschland schlecht, beklagte der Hepatologe. Leberzirrhosen im Frühstadium sind rückbildungsfähig. Da sich auch die Leberfunktionen regenerieren können, lohne es sich früh zu behandeln. Als therapeutische Strategie bei Leberzirrhose stehe daher die Behandlung der Grunderkrankung an erster Stelle, wenn die Ursachen nicht behandelbar sind, gelte es die Komplikationen zu verhindern.

Bereits 2010 war gezeigt worden, dass Wiederaufnahmen einer HE durch eine langfristige Gabe von Rifaximin reduziert werden können [Baas NM et al. N Engl J Med. 2010 25;362(12):1071–81]. Dass die Gabe von Rifaximin [Xifaxan®] einen positiven Einfluss auf die Lebensdauer eines HE-Patienten hat, belegen Daten einer retrospektiven Studie mit 1.042 HE-Patienten mit und ohne hepatozelluläres Karzinom (HCC), die Rifaximin plus Laktulose oder nur Laktulose erhalten hatten [Kang SH et al. Aliment Pharmacol Ther. 2017;–46(9):845–55]. Durch die Kombinationstherapie Rifaximin/Laktulose konnte das Gesamtüberleben im Vergleich zur Therapie mit Laktulose in der Gruppe ohne HCC signifikant verbessert werden (adjusted hazard ratio 0,697, p = 0,024). Für Patienten mit und ohne HCC ergab sich unter Rifaximin/Laktulose ein signifikant geringeres Auftreten der HE, der spontan bakteriellen Peritonitis und von Varizenblutungen. Die Möglichkeit die Lebensdauer der Patienten zu verlängern und gleichzeitig die Lebensqualität zu verbessern ist ein vielversprechender Ansatz bei der Behandlung der Leberzirrhose und ihrer Komplikationen, resümierte Wedemeyer.

Literatur

  1. Fachpressegespräch „Leberzirrhose und Hepatische Enzephalopathie: unterschätzt, doch lebensbedrohlich“ im Rahmen des DGIM-Kongresses 2018 am 15.4.2018 in Mannheim (Norgine)Google Scholar

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Authors and Affiliations

  • Thomas Riedel
    • 1
  1. 1.

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