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, Volume 5, Issue 3, pp 63–63 | Cite as

Clostridium-difficile-Infektion

Neuer Antikörper schützt vor Rückfällen

  • Beate Schumacher
infopharm
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Der humane Antikörper Bezlotoxumab verhindert durch passive Immunisierung gegen Toxin B die Wiederkehr einer Infektion mit Clostridium (C.) difficile.

Inzidenz und Schweregrad von C.-difficile-Infektionen (CDI) nehmen seit Jahren stetig zu. Laut Prof. Reinier Mutters von der Universität Marburg sind stationäre Patienten im Krankenhaus und mit Antibiotikatherapie nach wie vor besonders gefährdet. „Aber eine nosokomiale Infektion ist die CDI ist schon lange nicht mehr. Auch Menschen ohne Krankenhausaufenthalt und ohne Antibiotikatherapie erkranken“, berichtete Mutters.

Als größtes Problem bei der CDI-Behandlung erachtet die European Society of Clinical Microbiology and Infectious Diseases die hohen Rückfallquoten. Laut Mutters erreichen sie nach Therapie mit Metronidazol oder Vancomycin durchschnittlich 30 %. Rückfälle sind nicht nur schwieriger zu behandeln, sie verlaufen auch häufiger tödlich. „Entscheidend ist die Vergiftung: Man muss die Bakterien abtöten und das Toxin inaktivieren, sonst bleibt die Krankheit bestehen“, so Mutters. Diese zweifache Strategie kann jetzt erstmals realisiert werden, durch die Kombination der antibiotischen Therapie mit dem humanen Antikörper Bezlotoxumab. Der seit April als Zinplava® verfügbare Antikörper ist gegen das Toxin B gerichtet und verhindert die Rekurrenz der Infektion durch eine passive Immunisierung gegen das Toxin, das etwa von auskeimenden persistierenden C.-difficile-Sporen produziert wird. „Mit dem Antikörper hat das Mikrobiom eine Chance, sich zu normalisieren, und damit der Patient die Chance zu gesunden.“

In den zulassungsrelevanten Studien MODIFY I und II hatten zusammen 781 CDI-Patienten den Antikörper gegen Toxin B und 773 Placebo erhalten, jeweils zusätzlich zu einer Standardantibiotikatherapie [Wilcox MH et al. N Engl J Med 2017;376:305 – 17]. In beiden Studien waren die Rückfallraten mit Bezlotoxumab über zwölf Wochen signifikant niedriger. In der gepoolten Analyse belief sich die Quote auf 16,5 % gegenüber 26,6 % in der Placebogruppe, eine relative Risikoreduktion um 38 %. Gleichzeitig wurde die Dauer des Krankenhausaufenthalts um zwei Tage verkürzt. Diese Effekte wurden durch die Gabe eines zweiten Antikörpers gegen Toxin A in einem dritten Studienarm nicht weiter gesteigert.

Bezlotoxumab hat als erstes Medikament eine Zulassung zur Prävention der CDI. Indiziert ist es bei erwachsenen CDI-Patienten mit hohem Rekurrenzrisiko. Der Antikörper wird während der antibakteriellen Therapie einmalig als I. v.-Infusion verabreicht.

Literatur

  1. 46. MSD-Diskussion anlässlich der DGIM-Jahrestagung, Heidelberg, 15.4.2018 (MSD)Google Scholar

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Authors and Affiliations

  • Beate Schumacher
    • 1
  1. 1.

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