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, Volume 5, Issue 1, pp 47–47 | Cite as

Neue Daten zu VEGF-Hemmer bei mCRC

Potenzieller prädiktiver Biomarker — gute Verträglichkeit bestätigt

  • Silke Wedekind
infopharm
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In der Zweitlinientherapie des metastasierten Kolorektalkarzinoms (mCRC) gibt es eine starke Evidenz für den Einsatz von Wirkstoffen, die sich gegen den vaskulären endothelialen Wachstumsfaktor (VEGF) richten, erläuterte Prof. Dirk Arnold, Hamburg/Lissabon, im Rahmen der Jahrestagung der European Society for Medical Oncology. „Allerdings wurden bislang noch keine prädiktiven Biomarker identifiziert, die eine Vorhersage des Therapieerfolgs mit einer anti-angiogenen Therapie ermöglichen“, so der Onkologe.

Mögliche Vorhersage des Therapieerfolgs

Mit VEGF-D konnte nun ein potenziell prädiktiver Biomarker identifiziert werden [Tabernero J et al. Ann Oncol 2017; 28 (Suppl 5): Abstract 555P]. In einer retrospektiven Analyse der für die Zulassung von Ramucirumab (Cyramza®) in der Zweitlinientherapie des mCRC relevanten Phase-III-Studie RAISE wurden vor Beginn des ersten Therapiezyklus gewonnene Plasma- und Tumorproben von 889 Studienteilnehmern zentral ausgewertet [Tabernero J et al. Lancet Oncol 2015;16:499 – 508].

„Unter den getesteten angiogenetischen Biomarkern VEGF-C und -D sowie den löslichen VEGF-Rezeptoren 1–3 ergab sich nur für VEGF-D ein starkes Signal“, berichtete Arnold. Das Ramucirumab-haltige Regime habe sich bei Patienten mit höherem initialen VEGF-D-Plasmaspiegel (≥ 115 pg/ml) im Hinblick auf das progressionsfreie Überleben und das Gesamtüberleben als deutlich effektiver erwiesen. „Die Analyse muss allerdings durch weitere Untersuchungen bestätigt werden und lässt sich deshalb zurzeit noch nicht klinisch nutzen“, so Arnold.

Gutes Verträglichkeitsprofil

Eine Metaanalyse der Daten von fast 5.000 Patienten mit fünf verschiedenen Tumorentitäten, die in sechs randomisierten Phase-III-Studien mit Ramucirumab in Mono- oder Kombinationstherapie behandelt wurden, bestätigt die gute Verträglichkeit des Wirkstoffs [Arnold D et al. Ann Oncol 2017 doi: 10.1093/annonc/mdx514. Epub ahead of print]. Laut Arnold entsprach das Nebenwirkungsprofil den bekannten Erfahrungen mit Anti-VEGF-Wirkstoffen. „Thromboembolische Ereignisse oder schwere Blutungen traten unter Ramucirumab aber nicht häufiger auf als in den Kontrollarmen“, schloss der Onkologe.

Literatur

  1. Media Lunch anlässlich der Jahrestagung der European Society for Medical Oncology (ESMO), 11.9.2017, Madrid/Spanien Veranstalter: Lilly DeutschlandGoogle Scholar

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Authors and Affiliations

  • Silke Wedekind
    • 1
  1. 1.

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