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Gastro-News

, Volume 5, Issue 1, pp 40–40 | Cite as

Cholestatische Lebererkrankungen PBC und PSC: Neue Medikamente mit positiven Studienergebnissen

  • Dirk Einecke
fortbildung

Beim Liver-Meeting wurden neue Studienergebnisse bei cholestatischen Lebererkrankungen vorgestellt. Der PPAR-delta-Agonist Seladelpar zeigte eine gute Wirksamkeit bei UDCA-refraktärer primär biliärer Cholangitis, Obeticholsäure bei primär sklerosierender Cholangitis.

Bei den cholestatischen Lebererkrankungen gibt es in jüngster Zeit therapeutische Fortschritte zu vermelden. Lange war Ursodesoxycholsäure (UDCA) die einzige Behandlung, die bei der primären biliären Cholangitis (PBC; Frauen : Männer 9 : 1; Alter 35 bis 60; Labor: AP, gammaGT; AMA-Antikörper) eine Prognoseverbesserung versprach. Für Non-Responder steht seit kurzem der FXR-Rezeptoragonist Obeticholsäure zur Verfügung.

Die BEZURSO-Studie mit Bezafibrat bei PBC

Beim EASL-Kongress im Frühjahr 2017 deuteten auch PPAR-alpha-Rezeptoragonisten therapeutisches Potenzial in der Zweitlinientherapie an. In der doppelblinden BEZURSO-Studie war bei 92 Patienten, die auf UDCA nicht ausreichend ansprachen, Bezafibrat (400 mg/Tag) versus Placebo als Add-on zu UDCA untersucht worden [Corpechot C et al. J Hepatology 2017;66(1):89]. Die Behandlung verbesserte biochemische Parameter (AP-Abfall um 60 %, Bilirubin-Abfall um 14 %, Gamma-GT-Verbesserung um 45 % vs. Placebo). Auch der Juckreiz nahm ab, ebenso die Lebersteifigkeit.

Histologie bei primär binärer Zirrhose (PBC).

© Falk Foundation

Phase-II-Studie mit Seladelpar bei PBC

Beim AASLD-Kongress 2017 wurden Daten einer Phase-II-Studie mit dem PPAR-delta-Agonisten Seladelpar der Firma CymaBay Therapeutics vorgestellt. Das Medikament hatte in früheren Studien in Dosierungen von 50 mg respektive 200 mg/Tag bereits eine starke anticholestatische Wirksamkeit demonstriert, dabei aber zu einer Transaminasenerhöhung geführt. Nun wurden Dosierungen von 5 mg und 10 mg/Tag bei PBC-Patienten untersucht, die auf UDCA nicht ausreichend ansprachen. Eine Interimsanalyse nach zwölfwöchiger Therapie ergab, dass diese Dosierungen die Transaminasen nicht erhöhten, aber die alkalische Phosphatase (AP) von 356 respektive 260 U/L um 146 U/L (39 %) respektive 107 U/L (46 %) senkten. Gleichzeitig reduzierten sich die Werte ALT, LDL und hsCRP, ohne dass zusätzlicher Juckreiz auftrat. Die Studie wurde von Dr. Gideon Hirschfield von der Universität in Birmingham vorgestellt. Eine weitere Studie bei PBC-Patienten mit Rituximab [Khanna et al., Abstract 72] zeigte keine überzeugenden Ergebnisse.

Die AESOP-Studie mit Obeticholsäure bei PSC

Für die primär sklerosierende Cholangitis (PSC; Männer : Frauen 2 : 1, Alter 20 bis 45, Assoziation mit chronisch entzündlicher Darmerkrankung [68 %] und mit cholangiozellulärem [7 %] oder kolorektalem [3 %] Karzinom) gibt es bisher keine empfohlene Standardtherapie. UDCA wird dennoch häufig eingesetzt.

Beim AASLD 2017 wurde eine doppelblinde Phase-II-Studie mit Obeticholsäure als Late-Breaker vorgestellt [AESOP-Trial, Kowdley KV et al., AASLD LB-2], bei der zwei Dosiseskalationen des FXR-Agonisten (jeweils nach zwölf Wochen von 1,5 mg auf 3 mg/Tag und von 5 mg auf 10 mg/Tag) über 24 Wochen bei 76 Patienten untersucht wurden. Beide Dosierungen erzielten gegenüber Placebo eine statistisch signifikante Reduktion der AP (je -22 % vs. + 1 %). Die Wirksamkeit war stärker ausgeprägt bei Patienten, die nicht zusätzlich UDCA erhielten. Die 10-mg-Dosis verursachte jedoch Juckreiz bei vielen Patienten, sodass die Dosierung von 5 mg/Tag optimal erscheint.

Literatur

  1. The Liver-Meeting 2017, AASLD-Kongress, 20. – 24.10.2017, WashingtonGoogle Scholar

Copyright information

© Springer Medizin Verlag GmbH, ein Teil von Springer Nature 2018

Authors and Affiliations

  • Dirk Einecke
    • 1
  1. 1.

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