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Gastro-News

, Volume 5, Issue 2, pp 59–59 | Cite as

Chronisch entzündliche Erkrankungen

Interdisziplinäre Zusammenarbeit zum Wohl des CED-Patienten

  • Abdol A. Ameri
infopharm

Psoriasis, Psoriasis-Arthritis (PsA) und chronisch-entzündliche Darmerkrankungen (CED) sind eng über gemeinsame angeborene sowie erworbene immunpathogenetische Mechanismen verbunden. Schnittstellen gibt es in verschiedenen Bereichen, von der Diagnose über Therapieentscheidungen und -anpassungen bis hin zum Management von therapieassoziierten Komplikationen und Komorbiditäten. In der Pathogenese spielen Th17-Zellen eine entscheidende Rolle.

IL-23: wichtiges Regulatorzytokin

Von besonderer Bedeutung für die Differenzierung und Proliferation von Th17-Zellen ist das Zytokin Interleukin (IL)-23 [Alunno A et al. Expert Opin Biol Ther 2015;15:1727–37, Hawkes JE et al. J Allergy Clin Immunol 2017;140:645–53, Furfaro F et al. Expert Rev Clin Immunol 2017;13:457–67]. Mit Guselkumab (Tremfya®) gibt es erstmals einen selektiven IL-23-Hemmer zur Therapie der mittelschweren bis schweren Plaque-Psoriasis. Der humane monoklonale Antikörper bindet an die p19-Untereinheit von IL-23 und hemmt somit den IL-23-Signalweg, so Prof. Diamant Thaçi, Dermatologe, Lübeck. In den placebo- und aktiv kontrollierten Phase-III-Studien VOYAGE 1 und 2 erreichte nahezu jeder Patient unter Guselkumab eine 75 %ige Verbesserung des Hautbildes (PASI 75). Nach nur 16 Wochen zeigten 73,3 % respektive 70,0 % der Guselkumab-Patienten einen PASI 90 (Psoriasis Area and Severity Index), im Vergleich zu 49,7 % respektive 46,8 % der mit Adalimumab behandelten Patienten (p < 0,001) [Blauvelt et al. J Am Acad Dermatol 2017;76:405–17, Reich et al. J Am Acad Dermatol 2017;76:418–31].

Frühzeitiger Therapiebeginn

Analog zur Rheumatologie hat sich auch bei CED das Prinzip etabliert, möglichst frühzeitig mit der Therapie zu beginnen und die entzündliche Aktivität zu kontrollieren, um im weiteren Verlauf der Erkrankung strukturelle Schädigungen des Gastrointestinaltrakts zu vermeiden, so Prof. Britta Siegmund, Gastroenterologin, Charité Berlin. Zudem habe ein sorgfältiges Monitoring Einfluss auf den Verlauf von CED. Unter engem Monitoring — orientiert an CRP, CADI (Crohn’s Disease Activity Index), fäkales Calprotectin und Steroidgebrauch — können bessere Therapieergebnisse und Remissionsraten erzielt werden als bei einem am klinischen Verlauf orientierten Monitoring. Indikationen für ein Therapie-Monitoring sieht die Expertin vor allem bei CED-Patienten, die nicht oder nur partiell auf die Therapie ansprechen sowie bei einem sekundären Therapieverlust. Auch die Bedürfnisse und Erwartungen des Patienten sollten bei der Bewertung des Therapieerfolges beurteilt werden. Komorbiditäten sind im interdisziplinären Austausch mit Allgemeinmedizinern, Dermatologen, Rheumatologen oder Gastroenterologen konsequent zu behandeln.

Literatur

  1. Inflammation Summit 2018, 2.–3.2.2018, Berlin Veranstalter: Janssen CilagGoogle Scholar

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Authors and Affiliations

  • Abdol A. Ameri
    • 1
  1. 1.

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