Lebensqualität: Toxizitäten besser erfassen

Die Beschwerden von Brustkrebspatientinnen, die eine Strahlentherapie erhalten, werden von Onkologen vielfach unterschätzt. Das enthüllt eine Analyse von fast 10.000 Frauen, die zwischen 2012 und 2020 in 29 US-Zentren bestrahlt wurden.

Die Arbeitsgruppe um Reshma Jagsi, Universität Michigan, Ann Arbor, USA, verglich die mittels CTCAE (Common Toxicicty Criteria for Adverse Events) erhobenen Angaben der Ärzte zu Schmerz, Juckreiz, Ödemen und Fatigue mit den Einschätzungen der Betroffenen nach ihrer Bestrahlung [Jagsi R et al. SABCS. 2020;Abstr. GS3-07]. Gut ein Drittel der Patientinnen (34,5 %) berichtete über mittelschwere bis schwere Schmerzen, 30,8 % litten oft unter Pruritus, 23,8 % klagten über Ödeme und 24,9 % über Fatigue. Bei über der Hälfte der Frauen (53,2 %) wurde mindestens eine dieser Beschwerden im Verlauf der Bestrahlung nicht ausreichend erkannt. Von den Ärzten besonders häufig unterschätzt wurde die Belastung durch Ödeme (51,4 %). Bei jüngeren Patientinnen unter 60 Jahre war die Wahrscheinlichkeit für eine falsche Einstufung der Beschwerden höher als bei Älteren. "Die Erhebung patientenberichteter Ereignisse (PRO) in Studien ist somit essenziell, da man bei der Dokumentation von Nebenwirkungen anhand CTCAE wichtige Beschwerden übersieht", resümierte Jagsi.

Bericht vom 43. San Antonio Breast Cancer Symposium (SABCS) 2020 Virtual vom 8. bis 11. Dezember 2020

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Arnheim, K. Lebensqualität: Toxizitäten besser erfassen. Im Fokus Onkologie 24, 20 (2021). https://doi.org/10.1007/s15015-021-3379-5

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