NTRK-Fusionstumoren routinemäßig screenen - möglichst upfront

NTRK(Neurotrophe Tyrosinkinase)-Genfusionsvarianten wurden bei mehr als 30 soliden Tumoren nachgewiesen, berichtete Karsten Neumann, Dessau, bei seltenen Tumoren mit z. T. hoher NTRK-Prävalenz, aber auch bei häufigen Entitäten, wie z. B. dem Mamma-, Kolon- oder Adenokarzinom der Lunge, die in < 1 % der Fälle auf NTRK-Genfusion beruhen. Larotrectinib (Vitrakvi®) ist bei erwachsenen und pädiatrischen Patienten mit lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem NTRK-Fusionstumor indiziert. Als erste zielgerichtete Therapie erhielt der TRK-Inhibitor eine von der Tumorentität unabhängige Zulassung.

Wie der Onkologe Gerald Prager, Wien, erläuterte, bestätigte die gepoolte Analyse eines erweiterten Datensatzes aus zulassungsrelevanten Studien die tumorartunabhängige Wirksamkeit von Larotrectinib [Hyman DM et al. ESMO 2019;Abstr 445PD]. Die Ansprechrate (ORR, primärer Endpunkt) betrug 79 %, die komplette Ansprechrate 16 %. Prager hob die mediane Ansprechdauer von 35,2 Monaten, die hohe ORR bei Hirnmetastasen (75 %) sowie das lange progressionsfreie Überleben (PFS; 28,3 Monate) bzw. Gesamtüberleben (44,4 Monate) hervor. 66 % der vorbehandelten Patienten erreichten ein (1,33-fach) längeres, 30 % ein ≥ 5-fach längeres progressionsfreies Intervall als mit der Vortherapie [Italiano A et al. ESMO. 2019;Abstr 485P]. Bemerkenswert fand er auch die ORR bei primären Hirntumoren (36 %) [Drilon A et al. ASCO. 2019;Abstr 2006].

Bei allen in Frage kommenden Tumoren, bei denen eine systemische Therapie indiziert ist, sollte die NTRK-Testung möglichst upfront erfolgen, so Neumann. Dafür gebe es keinen Goldstandard. Die Immunhistochemie (IHC) biete sich als schnelle, preiswerte Vorscreening-Methode an. IHC-positive Fälle müssen aber immer mit weiteren Methoden bestätigt werden.

Pressekonferenz "Tumortherapie neu denken! Vom Organ zum onkogenen Treiber", Frankfurt am Main, 27. Februar 2020; Veranstalter: Bayer Vital

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Correspondence to Dr. med. Günter Springer.

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Springer, G. NTRK-Fusionstumoren routinemäßig screenen - möglichst upfront. Im Fokus Onkologie 23, 63 (2020). https://doi.org/10.1007/s15015-020-2455-6

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