Im Focus Onkologie

, Volume 21, Issue 5, pp 79–79 | Cite as

Glioblastom bei Älteren: Kurzzeit-Radiotherapie reicht aus

  • Barbara Kreutzkamp
Neuroonkologie Literatur kompakt
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Bei älteren Patienten mit Glioblastom ist eine Kurzzeit-Strahlentherapie einer konventionellen Radiotherapie nicht unterlegen.

Das zeigt eine ungeplante Subgruppenanalyse einer prospektiven Phase-III-Studie. Das Design der internationalen randomisierten Nichtunterlegenheitsstudie sah einen Vergleich der Kurzzeit-Radiotherapie (RT, 25 Gy in 5 Fraktionen) mit der konventionellen RT (40 Gy in 15 Fraktionen) stratifiziert u. a. nach Patientenalter, Karnofsky-Performancestatus (KPS) und einer Operation vor. Einbezogen in die vorliegende Analyse waren 61 von insgesamt 98 Patienten im Alter von ≥ 65 Jahren, mit einem KPS von 50–80 % (gebrechlich) oder 80–100 % (nicht gebrechlich).

Das mediane Gesamtüberleben in der Kurzzeittherapiegruppe lag bei 6,8 Monaten, im Vergleich zu 6,2 Monaten unter der klassischen 15-Fraktionen-Therapie (p = 0,936). Auch beim medianen progressionsfreien Überleben zeigte sich mit 4,3 versus 3,2 Monaten kein signifikanter Unterschied.

Das Ergebnis sei konsistent mit den Daten der Gesamtpopulation, stellen die Radiologen fest. Gerade in dem von Beginn an palliativen Setting bietet die Kurzzeit-RT damit eine gute Option für gebrechliche Glioblastompatienten.

Fazit: Im Hinblick auf OS und PFS ist eine Kurzzeit-RT bei älteren Glioblastompatienten der konventionellen RT nicht unterlegen und kann damit vor allem gebrechlichen Menschen mit schlechtem Performancestatus angeboten werden.

Literatur

  1. Guedes D et al. Survival outcomes with shortcourse radiation therapy in elderly patients with glioblastoma: data from a randomized phase 3 trial. Int J Radiat Oncol Biol Phys. 2017;98(4): 931-8.CrossRefGoogle Scholar

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Authors and Affiliations

  • Barbara Kreutzkamp
    • 1
  1. 1.

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