Im Focus Onkologie

, Volume 21, Issue 5, pp 51–51 | Cite as

Länger leben mit Hirnmetastasen eines Melanoms

  • Thomas Müller
Dermatoonkologie Literatur kompakt
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Die Lebenszeit von Melanompatienten mit Hirnmetastasen hat sich in der Ära moderner Therapeutika spürbar verlängert. Ist eine stereotaktische Radiatio oder Operation möglich, leben die Betroffenen im Median länger als ein Jahr.

Moderne Therapeutika führen bei Melanompatienten zu einem deutlichen Gewinn an Lebenszeit. Ob und in welchem Ausmaß das auch für Patienten mit Hirnmetastasen zutrifft, haben Forscher jetzt analysiert. Sie griffen auf Angaben von 355 Melanompatienten mit Hirnmetastasen zurück, die zwischen 2011 und 2014 behandelt worden waren.

70 % der im Median 66-jährigen Patienten waren Männer, 43 % hatten > 3 Hirnmetastasen, 39 % einen BRAF-positiven Tumor. Bei knapp der Hälfte waren die Metastasen zum Zeitpunkt der Diagnose symptomatisch.42 % konnten operiert werden, etwa jeder Fünfte erhielt eine stereotaktische Radiatio, ein Drittel eine Ganzhirnbestrahlung (WBRT), 56 % bekamen eine systemische Behandlung.

Wie sich zeigte, lag die mediane Gesamtüberlebenszeit der australischen Patienten mit 7,1 Monaten nun etwas höher als in der Vergangenheit. Am längsten lebten die Patienten mit einer modernen medikamentösen Therapie und zusätzlicher stereotaktischer Radiatio oder Operation: Ihnen blieben im Median knapp 15 Monate. Sie lebten damit deutlich länger als Patienten aus den 2 Dekaden davor. Nach 1 Jahr waren noch 58 %, nach 2 Jahren 35 % dieser Patienten am Leben.

Erwartungsgemäß wenig Zeit blieb Patienten mit Best Supportive Care — im Median 1,8 Monate. Auch Betroffene mit einer Medikamentenmonotherapie (5,4 Monate), einer alleinigen WBRT (4,4 Monate) oder einer systemischen Therapie plus WBRT (5,2 Monate) hatten eine relativ schlechte Prognose. Wie in älteren Studien hatten alte Patienten, solche mit symptomatischen und multiplen Metastasen, einem schlechten Gesamtzustand oder einem erhöhten LDH-Spiegel besonders schlechte Karten. In einer multivariaten Analyse lebten aber nur Patienten mit symptomatischen Metastasen signifikant kürzer als solche mit asymptomatischen, für die anderen prognostischen Faktoren ergaben sich keine signifikanten Differenzen.

Fazit: Australischen Studiendaten zufolge scheinen moderne Therapeutika auch das Leben von Melanompatienten mit Hirnmetastasen zu verlängern, vor allem, wenn sie mit lokalen Behandlungen kombiniert werden können.

Literatur

  1. Tio M. et al. Survival and prognostic factors for patients with melanoma brain metastases in the era of modern systemic therapy. Pigment Cell Melanoma Res. 2017; https://doi.org/10.1111/pcmr.12682.Google Scholar

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Authors and Affiliations

  • Thomas Müller
    • 1
  1. 1.

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