Advertisement

Im Focus Onkologie

, Volume 21, Issue 5, pp 15–15 | Cite as

Bei BRCA-Mutation ist PSA-Wert aussagekräftiger

  • Beate Schumacher
Uroonkologie Literatur kompakt
  • 61 Downloads

Bei Männern, die aufgrund einer BRCA-Mutation ein erhöhtes genetisches Risiko für Prostatakrebs haben, hat der PSA-Spiegel einen höheren Vorhersagewert als bei Männern ohne BRCA-Mutation. Die PSA-Anstiegsgeschwindigkeit liefert aber auch bei ihnen keine zusätzliche Information.

Männer mit BRCA2-Mutation haben ein deutlich höheres Risiko für ein Prostatakarzinom als Männer ohne die Mutation. Die Auswirkungen einer BRCA1-Mutation sind weniger klar.

Welche Aussagekraft PSA-Werte und PSA-Velocity (PSAV) bei Männern mit BRCA-Mutation haben, dazu liegen nun erste Ergebnisse der IMPACT-Studie vor. Berücksichtigt wurden Daten von 1.654 Männern, davon 510 mit BRCA1-, 584 mit BRCA2- und 548 ohne BRCA-Mutation, bei denen im Studienverlauf schon mindestens 3-mal — jährlich oder 2-jährlich — der PSA-Wert bestimmt worden war. Bei 174 von ihnen erfolgte aufgrund eines PSA > 3,0 ng/ml oder eines klinischen Verdachts eine Biopsie, die bei 45 Männern zur Diagnose eines Prostatakarzinoms führte (22 BRCA2, 12 BRCA1, 11 ohne BRCA).

Erwartungsgemäß waren PSA (3,7 vs. 0,9 ng/ml) sowie PSAV (0,56 vs. 0,02 ng/ml pro Jahr) bei den Krebspatienten höher als bei den übrigen Männern. Jedoch war die PSAV nach Adjustierung des PSA-Wertes in der Gruppe mit PSA > 3,0 ng/ml nicht mehr mit dem Risiko für Krebs oder für höhergradigen Krebs assoziiert. Die Hinzunahme der PSAV zum PSA half also nicht bei der Entscheidung, welche Männer einer Prostatabiopsie unterzogen werden sollten.

Lag eine BRCA-Mutation vor, wirkte sich das auf die Vorhersagekraft des PSA-Wertes aus: Ein erhöhter PSA-Wert war stärker prädiktiv für ein Prostatakarzinom als bei Männern ohne BRCA-Mutation. Hinsichtlich der Aussagefähigkeit der PSAV gab es aber keinen Unterschied zu den übrigen Männern.

Bei Vorliegen speziell einer BRCA2-Mutation war zwar eine Interaktion mit PSA-Wert und PSAV festzustellen. Doch auch in dieser Gruppe erwies sich die PSAV nicht als unabhängiger Risikofaktor für ein Prostatakarzinom.

Fazit: Ein erhöhter PSA-Wert war bei Männern mit BRCA-Mutation stärker prädiktiv für ein Prostatakarzinom. Die PSAV hilft bei Männern mit BRCA-Mutation nicht bei der Entscheidungsfindung zur Biopsie.

Literatur

  1. Mikropoulos C et al. Prostate-specific antigen velocity in a prospective prostate cancer screening study of men with genetic predisposition. Br J Cancer. 2018;118(6):e17.CrossRefPubMedPubMedCentralGoogle Scholar

Copyright information

© Springer Medizin Verlag GmbH, ein Teil von Springer Nature 2018

Authors and Affiliations

  • Beate Schumacher
    • 1
  1. 1.

Personalised recommendations