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Im Focus Onkologie

, Volume 21, Issue 4, pp 49–49 | Cite as

Phase-III-Studie: Dacomitinib führt beim NSCLC zu längerem PFS als Gefitinib

  • Christian Behrend
Pneumoonkologie Literatur kompakt
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Dacomitinib, ein EGFR-Tyrosinkinaseinhibitor (TKI) der zweiten Generation, verbessert im direkten Vergleich mit Gefitinib als Erstlinientherapie des nichtkleinzelligen Lungenkarzinoms (NSCLC) mit EGFR-Mutation das progressionsfreie Überleben (PFS).

Die EGFR-TKI der zweiten Generation, wie z.B. Dacomitinib, wirken breiter als die der ersten: Sie inhibieren alle 3 Mitglieder der ErbB-Familie (EGFR/HER1, HER2 und HER4). Ob sie auch besser wirken als die EGFR-TKI der ersten Generation, wie z. B. Gefitinib, wurde in einer randomisierten, nicht verblindeten Phase-III-Studie getestet. Aufgenommen wurden 452 Patienten mit fortgeschrittenem, EGFR-Mutation-positivem NSCLC. Sie erhielten in der Erstlinie entweder 45 mg/Tag Dacomitinib oder 250 mg Gefitinib in 28-Tage-Zyklen bis zur Krankheitsprogression.Die mediane Nachbeobachtungsdauer für das PFS betrug 22,1 Monate.

Das mediane PFS war in der Dacomitinib-Gruppe etwa 1,5-mal so lang wie in der Gefitinib-Gruppe (14,7 vs. 9,2 Monate; Hazard Ratio 0,59; 95 %-Konfidenzintervall 0,47–0,74; p < 0,0001).

Die häufigsten Nebenwirkungen vom Grad 3/4 waren akneiforme Dermatitis (14 vs. 0 %), Diarrhö (8 vs. 1 %) und erhöhte Alaninaminotransferasespiegel (1 vs. 8 %). Behandlungsbedingte schwerwiegende Nebenwirkungen wurden von 9 % der Patienten unter Dacomitinib berichtet und von 4 % unter Gefitinib. Insgesamt traten 2 behandlungsbedingte Todesfälle in der Dacomitinib-Gruppe auf (einer als Folge einer unbehandelten Diarrhö, einer aufgrund unbehandelter Cholestase); in der Gefitinib-Gruppe war es 1 Fall (Ursache war eine Sigmadivertikulitis, verkompliziert durch eine Pneumonie).

Fazit: Trotz häufigerer Nebenwirkungen unter Dacomitinib war die Substanz effektiver bei zuvor unbehandelten NSCLC-Patienten mit EGFR-Mutation als der bisherige Standard Gefitinib. Allerdings wurden Patienten mit Hirnmetastasen ausgeschlossen, sodass die Prognose der Probanden in beiden Armen eher günstig war.

Literatur

  1. Wu YL et al. Dacomitinib versus gefitinib as first-line treatment for patients with EGFR-mutation-positive non-small-cell lung cancer (ARCHER 1050): a randomised, open-label, phase 3 trial. Lancet Oncol. 2017;18(11):1454–66.CrossRefGoogle Scholar

Copyright information

© Springer Medizin Verlag GmbH, ein Teil von Springer Nature 2018

Authors and Affiliations

  • Christian Behrend
    • 1
  1. 1.

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