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Im Focus Onkologie

, Volume 20, Issue 6, pp 30–30 | Cite as

Keine längeres Überleben durch Ipilimumab beim frühen metastasierten Prostatakarzinom

  • Brigitte Schalhorn
Literatur kompakt Urogenitale Tumoren
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Ipilimumab (Ipi) ist ein Immuncheckpointhemmer, der sich gegen CTLA-4 („cytotoxic T lymphocyte-associated antigen 4“) richtet. Nach positiven Hinweisen aus Phase-I/II-Studien wurde Ipi in einer Phase-III-Studie bei Patienten mit asymptomatischem oder minimal symptomatischem metastasiertem kastrationsresistentem Prostatakarzinom (mCRPC) mit Placebo verglichen.

Während die Effektivität von Ipi beim metastasierten Melanom durch Phase-III-Studien eindeutig belegt ist, war der Stellenwert beim mCRPC unklar. 602 Patienten mit Progress unter laufender antihormoneller Therapie und gutem Allgemeinzustand (ECOG-Performancestatus [PS] 0–1), einem Testosteronwert < 50 ng/dl und geringen bis mäßigen Schmerzen erhielten 2:1 randomisiert Ipi oder Placebo. Stratifiziert wurde u. a. nach Allgemeinzustand, LDH und Schmerzen. Die Patienten erhielten 10 mg/kg Ipi oder Placebo alle 3 Wochen (bis zu 4-mal). Patienten ohne Progress bekamen als Erhaltungstherapie alle 12 Wochen Ipi oder Placebo bis zum Progress oder dem Auftreten inakzeptabler Nebenwirkungen. Primärer Endpunkt war das Gesamtüberleben (OS), sekundäre Endpunkte u. a. progressionsfreies Überleben (PFS), Zeit bis zur nächsten zytotoxischen Therapie oder Schmerzprogression.

Hinsichtlich des medianen OS unterschieden sich die Studienarme nicht (28,7 vs. 29,7 Monate unter Placebo), auch bei keiner der Subgruppen. Das PFS war aber unter Ipi signifikant länger (5,6 vs. 3,8 Monate; Hazard Ratio 0,67, 95,87 %-Konfidenzintervall 0,55–0,81). Ein PSA-Ansprechen wurde unter Ipi häufiger erzielt als unter Placebo (25 vs. 8 %). Therapiebedingte Nebenwirkungen traten unter Ipi deutlich häufiger auf als unter Placebo (82 vs. 49 %), schwerere Nebenwirkungen (Grad 3/4) bei 40 bzw. 6 % der Patienten. Führend war hier eine Diarrhö (15 vs. 0 %). Alle anderen Grad-3/4-Nebenwirkungen waren vergleichsweise selten (≤ 3 % der Patienten). An therapiebedingten Nebenwirkungen starben 9 Patienten (2 %) im Ipi-Arm. Immunologische Nebenwirkungen vom Grad 3/4 traten bei 31 % der Patienten unter Ipi und bei 2 % unter Placebo auf.

Fazit: Durch Ipi konnte das Überleben beim mCRPC ohne oder mit geringen Symptomen nicht verlängert werden. Es kam jedoch zu einem leichten, aber signifikanten Anstieg im PFS und zu einer höheren PSA-Remissionsrate als unter Placebo.

Literatur

  1. Beer TM et al. Randomized, double-blind, phase III trial of ipilimumab versus placebo in asymptomatic or minimally symptomatic patients with metastatic chemo-naïve castration—resistant prostate cancer. J Clin Oncol. 2017;35(1):40–7.CrossRefPubMedGoogle Scholar

Copyright information

© Springer Medizin 2017

Authors and Affiliations

  • Brigitte Schalhorn
    • 1
  1. 1.

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