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Im Focus Onkologie

, Volume 20, Issue 6, pp 30–30 | Cite as

mUC: Mehr Lebensqualität durch PD-1-Inhibitor in der Zweitlinie

  • Wolfgang Zimmermann
Literatur kompakt Urogenitale Tumoren
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Die Therapieoptionen für Patienten mit metastasiertem Urothelkarzinom (mUC) bleiben beschränkt. Versagt die initiale platinbasierte Chemotherapie, kann Pembrolizumab die Überlebenszeit verlängern — bei verbesserter Lebensqualität.

Patienten mit einem mUC erhalten in der Erstlinie standardmäßig eine Chemotherapie auf Platinbasis. Das mediane Gesamtüberleben (OS) liegt für Carboplatin-Kombinationen bei nur 9 und für Cisplatin-Kombinationen bei 12–15 Monaten. Für das weitere Vorgehen nach Therapieversagen bestehen derzeit keine international akzeptierten Empfehlungen. Neben Paclitaxel und Docetaxel als Monotherapie ist in Europa Vinflunin zugelassen.

Monoklonale Antikörper gegen PD-1 und seine Liganden PD-L1 und PD-L2 zeigten eine robuste antitumorale Aktivität bei fortgeschrittenen Malignomen, unter anderem beim UC. Im Rahmen der Phase-III-Studie KEYNOTE-052 wurde der Effekt des PD-1-Antikörpers Pembrolizumab auf OS und progressionsfreies Überleben (PFS) mit dem Effekt einer Monotherapie mit einem Taxan oder Vinflunin nach Versagen der Erstlinienbehandlung verglichen.

542 Patienten mit histologisch oder zytologisch gesichertem UC und Progress innerhalb von 12 Monaten nach der initialen platinbasierten Polychemotherapie erhielten randomisiert Pembrolizumab (200 mg/kg KG) oder ein Zytostatikum nach Wahl des behandelnden Arztes. Für die gesamte Studienpopulation ermittelten die Forscher ein medianes OS von 10,3 Monaten unter Pembrolizumab und 7,4 Monaten in der Vergleichsgruppe (p = 0,002). Beschränkt auf die Gruppe mit positiver PD-L1-Expression auf Tumor- und infiltrierenden Immunzellen (≥ 10 %) lagen die Überlebenszeiten in der Pembrolizumab-Gruppe bei 8 Monaten und in der Chemotherapiegruppe bei 5,2 Monaten (p = 0,005). Es fanden sich keine signifikanten Unterschiede bzgl. des PFS in den Gruppen, unabhängig vom Status der PD-L1-Expression. Patienten der Pembrolizumab-Gruppe hatten deutlich weniger therapieassoziierte Nebenwirkungen und auch weniger Nebenwirkungen vom Grad ≥ 3.

Fazit: Pembrolizumab als Zweitlinientherapie bei platinrefraktären Patienten mit einem fortgeschrittenen Urothelkarzinom erhöht signifikant das Gesamtüberleben und ist besser verträglich als traditionelle Zytostatika.

Literatur

  1. Bellmunt J et al. Pembrolizumab as second-line therapy for advanced urothelial carcinoma. N Engl J Med. 2017;376(11):1015–26.CrossRefPubMedGoogle Scholar

Copyright information

© Springer Medizin 2017

Authors and Affiliations

  • Wolfgang Zimmermann
    • 1
  1. 1.

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