Im Focus Onkologie

, Volume 20, Issue 6, pp 24–24 | Cite as

mCRC: Möglichst oft Resektabilität erreichen

  • Friederike Klein
Literatur kompakt Gastrointestinale Tumoren
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Ein Ziel der primären Chemotherapie beim metastasierten kolorektalen Karzinom (mCRC) mit auf die Leber begrenzten, zunächst nicht resektablen Metastasen ist deren Schrumpfung, um die Resektion doch noch zu ermöglichen. In Italien wurde dazu ein intensiviertes Upfront-Regime geprüft.

Die Forscher analysierten die gepoolten Daten aus 3 prospektiven Studien mit einer Initialtherapie aus FOLFOXIRI (5-Fluorouracil, Oxaliplatin, Irinotecan) und Bevacizumab. Darin hatte sich eine Konversion zur Resektabilität des Primärtumors, eine hohe Ansprechrate, ein frühes Ansprechen und ein günstiger Effekt auf progressionsfreies (PFS) und Gesamtüberleben (OS) gezeigt. In die aktuelle Auswertung gingen die 205 (37,9 %) der insgesamt 541 Patienten ein, die eine nicht resektable, auf die Leber beschränkte Metastasierung aufwiesen. In 90 % der Fälle waren die Lebermetastasen synchron, bei 79 % bilobär, und 61 % der Patienten wiesen ≥ 4 Lebermetastasen auf. Bei 42 % waren Metastasen > 5 cm, bei einem Viertel waren ≥ 6 Segmente betroffen.

Die Patienten wiesen nur Metastasen in der Leber auf.

© Thomas Kraus / Chirurgie im Bild

74 Patienten (36,1 %) konnten aufgrund der intensivierten Upfront-Therapie R0- oder R1-reseziert werden. R2-Rektionen waren in 17 Fällen (8,3 %) möglich. Die Wahrscheinlichkeit für das Erreichen einer Resektionsfähigkeit war erhöht bei < 6 betroffenen Segmenten (p < 0,001) und bei Erreichen der RECIST-Ansprechkriterien (p = 0,019). Patienten mit R0- oder R1-Resektion wiesen mit 18,1 Monaten ein signifikant längeres PFS auf als die übrigen mit 10,7 Monaten (Hazard Ratio [HR] 0,48; p < 0,001). Das mediane OS war fast verdoppelt (44,3 vs. 24,4 Monate; HR 0,32; p < 0,001). Die Unterschiede blieben auch in der multivariaten Analyse signifikant (PFS: p = 0,025; OS: p < 0,001). Bei R0-Resektion lag nach 5 Jahren die Rate für das PFS bei 12 %, für das OS bei 43 %. Ungünstige Prognosefaktoren vor Therapiebeginn zeigten keine Assoziation mit dem postoperativen Ergebnis, auch RAS- und BRAF-Mutationen nicht.

Fazit: FOLFOXIRI plus Bevacizumab war in der untersuchten Kohorte wirksam im Sinne einer Konversion zur Resektabilität der Lebermetastasen, was sich günstig auf die Langzeitprognose auswirkte. Das Regime ist daher nach Meinung der Forscher eine wichtige Option im Rahmen der multimodalen Therapie des mCRC mit auf die Leber begrenzter Metastasierung.

Literatur

  1. Cremolini C et al. Efficacy of FOLFOXIRI plus bevacizumab in liver-limited metastatic colorectal cancer: A pooled analysis of clinical studies by Gruppo Oncologico del Nord Ovest. Eur J Cancer. 2017;73:74–84.CrossRefPubMedGoogle Scholar

Copyright information

© Springer Medizin 2017

Authors and Affiliations

  • Friederike Klein
    • 1
  1. 1.

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