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pädiatrie: Kinder- und Jugendmedizin hautnah

, Volume 28, Issue 6, pp 15–15 | Cite as

Entzündungen im Windelbereich vermeiden

  • Ulrich Mutschler
Literatur kompakt
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Eine retrospektive Studie aus der Türkei untersuchte 63 Säuglinge im Hinblick auf eine Windeldermatitis. Sie stellten fest, dass Feuchttücher eher begünstigend sind, Stillen dagegen eine schützende Wirkung zeigt.

Dr. med. Ulrich Mutschler, Hamburg

Die Kinder der Untersuchung hatten im Median ein Alter von rund 11 Monaten, circa 40 % waren jünger als sechs Monate. Schwere Formen von Windeldermatitis zeigten sich bei circa 22 %, moderate bei rund 58 % und leichte Formen bei 20 % der Kinder. Drei Viertel der Probanden waren gestillt, ein Drittel davon komplett. Anamnestisch hatten gestillte Kinder in der Vergangenheit signifikant seltener eine Windeldermatitis (durchschnittlich eine gegenüber zwei bei nicht gestillten Kindern). Bei circa 75 % der Kinder konnte eine Candida-Infektion nachgewiesen werden, Säuglinge mit Windelsoor hatten häufiger ein Rezidiv mit bereits einer schon vorangegangenen ersten Pilzinfektion. Augenscheinlich förderte auch die Säuberung der Windelregion mit Feuchttüchern im Vergleich zu Wasser und Waschlappen aus Baumwolle die Entwicklung einer Candida-Dermatitis

Therapeutisch konnte bei knapp 60 % der Kinder innerhalb von 3–5 Tagen eine Besserung erzielt werden, bei etwas über 80 % innerhalb von zehn Tagen eine weitgehende Abheilung. Hauptsächlich wurden Schutzpasten und bei nachgewiesenen Candida-Infektionen zusätzlich topische Antimykotika über 10–14 Tage verwendet, bei ausgeprägten Dermatitiden auch kurzfristig niedrigpotente topische Kortikosteroide wie zum Beispiel 0,125%ige Prednisolon-Creme über 3 Tage.

Die Autoren aus Ankara empfehlen außerdem, bei Neugeborenen bis zu zwölfmal, später im ersten Lebensjahr acht- bis sechsmal pro Tag eine neue Windel anzulegen, möglichst solche mit höherer Saugkraft. Zur Prophylaxe einer Windeldermatitis raten sie zusätzlich zu einer Hautschutzcreme. Große Bedeutung messen sie auch dem Stillen bei, da der Stuhl von gestillten Kindern einerseits einen niedrigeren pH-Wert und andererseits geringere Aktivitäten von Proteasen und Lipasen hat, weshalb es zu weniger Irritationen der Haut im Windelbereich kommt.

Kommentar

Bei einer Windeldermatitis sind Superinfektionen mit Hefepilzen der Gattung Candida sehr häufig. Präventiv sind längeres Stillen und die Vermeidung von Feuchttüchern zu empfehlen.

Literatur

  1. Ersoy-Evans S et al. Diaper Dermatitis: A Review of 63 Children. Pediatr Dermatol 2016;33:332–6CrossRefPubMedGoogle Scholar

Copyright information

© Springer Medizin 2016

Authors and Affiliations

  • Ulrich Mutschler
    • 1
  1. 1.

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