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pädiatrie hautnah

, Volume 24, Issue 4, pp 253–253 | Cite as

Auslöser für Anaphylaxien

  • Ulrich Mutschler
Literatur kompakt

Über den Zeitraum von fünf Jahre konnten die Akten der Notfallambulanz der Kinderklinik des Mount Sinai School of Medicine, New York, ausgewertet werden. Dabei wurden Epidemiologie, Symptome und Verläufe anaphylaktischer Reaktionen genauer unter die Lupe genommen.

Dr. med. Mutschler, Hildesheim

Es wurden insgesamt 192 Kinder mit 213 Anaphylaxien behandelt (21 multiple Reaktionen) mit den folgenden Symptomen: v. a. Exantheme/Urtikaria (62 %), Dyspnoe (49 %), Laryngospasmus (42 %), Giemen (26 %), Quincke-Ödem (22 %), Erbrechen (20 %) und Thoraxschmerzen (8 %). Jungen und Mädchen waren gleich häufig betroffen, das mittlere Alter betrug acht Jahre (Median; Range: 0,4 Monate–18 Jahre).

Als häufigste Ursache konnten Lebensmittel identifiziert werden (71 % der Fälle), dann Medikamente (insgesamt 9 %, v. a. NSAR, Antibiotika, Impf- und Hyposensibilisierungs-Lösungen) und 5 % weitere spezifische Auslöser (v.a. Tiere und Insektenstich). Bei 15 % fand sich keine genaue Ursache.

Fisch und Meeresfrüchte sind die häufige Ursachen für eine anaphylaktische Reaktion.

© Mat Hayward / Fotolia.com

Bei den Nahrungsmittel-Anaphylaxien konnten 85 auf ein einziges spezifisches Lebensmittel zurückgeführt werden, bei 69 waren es „zusammengesetzte“ Lebensmitteln wie z. B. Gebäck. Unter den spezifischen Lebensmitteln führten Fisch und Meeresfrüchte mit 26 %, dann Erd- und Baumnüsse mit je 20 %. Darüber hinaus gab es Anaphylaxien gegen Gemüse/Obst, Milch, Eier, Weizen, Fleisch und Soja-Produkte. 7 % der Symptome wurden als schwer und 41 % als mittelschwer klassifiziert; 29 Kinder mussten stationär behandelt werden, neun sogar auf der Intensivstation.

Adrenalin wurde bei 169 (= 79 %) Reaktionen injiziert; bei 58 (= 27 %) bereits vor der Ankunft in der Notfallambulanz. In diesen Fällen mussten die Kinder seltener stationär aufgenommen werden (p = 0,05). Häufiger als Adrenalin hatten die Kinder Antihistaminika und Kortikosteroide erhalten (79 % bzw. 92 %/89 %). Bei 13 (= 6 % der Reaktionen) waren zwei Dosen Adrenalin erforderlich, zwei Drittel dieser Patienten blieben stationär, während es sonst nur 12 % waren (Kinder mit einer einzigen Dosis, p < 0,001).

Kommentar: Bei Kindern sind Lebensmittel die häufigsten Auslöser von anaphylaktischen Reaktionen; im vorgestellten Untersuchungszeitraum konnte kein Anstieg festgestellt werden. 6 % verlaufen sehr schwer und benötigen eine zweite Dosis Adrenalin. Durch rasche (präklinische) Adrenalin-Injektionen können längere stationäre Behandlungen evtl. vermieden werden. Adrenalin scheint in den USA (zumindest in New York) rascher als hierzulande oder auch in Großbritannien eingesetzt zu werden. Aber auch dort gibt es ein soziales Gefälle: Medicaid-Patienten erhielten seltener Adrenalin.

Literatur

  1. Huang F et al. Anaphylaxis in a New York City pediatric emergency department: triggers, treatments and outcomes. J Allergy Clin Immunol 2012; 129: 162-8.e1-3PubMedCrossRefGoogle Scholar

Copyright information

© Urban & Vogel 2012

Authors and Affiliations

  • Ulrich Mutschler

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