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pädiatrie hautnah

, Volume 24, Issue 4, pp 252–252 | Cite as

Sonnenschutzmittel: Es wird zu wenig aufgetragen

  • Dietrich Abeck
Literatur kompakt
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Aus Untersuchungen an Erwachsenen ist bekannt, dass die empfohlene Auftragmenge von Sonnencremes unter Alltagsbedingungen nicht eingehalten wird. Australischen Dermatologen untersuchten nun, ob Kinder besser versorgt sind.

Prof. Dr. med. Dietrich Abek, München

Menge von 2 Bei Kindern wird die empfohlene Menge von 2 mg/cm 2 Sonnencreme selten aufgetragen.

© MAURICIOJORDAN / panthermedia.net

Neben der Expositionszeit und dem textilen Lichtschutz bilden die Sonnenschutzpräparate die dritte Säule im modernen Sonnenmanagement. Die auf Sonnenschutzpräparaten angegebenen Lichtschutzfaktoren werden mit einer definierten Schichtdicke von 2 mg/cm2 bestimmt — selten jedoch halten sich die Benutzer daran. Eine geringere Schichtdicke bedeutet auch einen geringeren UV-Schutz (Abb. 1).

Abb. 1: Tatsächlicher Lichtschutzfaktor (SPF) bei einer Auftragmenge von 0,5 mg/cm2 bei Kindern

Bislang fehlten aussagekräftige Daten für Kinder. Eine australische Untersuchung erhob nun in einer kontrollierten Studie Daten zur Schichtdicke und die sie beeinflussenden Faktoren bei 8-jährigen Schulkindern. Über drei Wochen setzten die Kinder ein Lichtschutzpräparat mit dem Schutzfaktor 30 ein, wobei wochenweise eine unterschiedliche Darreichungsform des Sonnenschutzmittels (Dosierdispenser, Spritzflasche oder Roller) gewählt wurde.

Die Menge des aufgetragenen Sonnenschutzes betrug im Durchschnitt 0,48 mg/cm2. Es gab jedoch signifikante Unterschiede zwischen den Darreichungsformen: Die größte Schichtdicke von durchschnittlich 0,75 mg/cm2 wurde mit dem Dosierdispenser erzielt, gefolgt von der Spritzflasche (0,57 mg/cm2). Beide Darreichungsformen erzielten signifikant höhere Schichtdicken als der Roller, der nur auf eine durchschnittliche Dicke von 0,22 mg/cm2 kam. Eine höhere applizierte Schichtdicke korrelierte signifikant mit dem Grad der Schulbildung, der Höhe des Jahreseinkommens der Eltern sowie der Zahl der Geschwister.

Kommentar: Die Studie belegt, dass auch bei Kindern analog der Situation bei Erwachsenen die tatsächlich eingesetzten Mengen des Sonnenschutzmittels zu niedrig sind, um den angegebenen Schutzfaktor zu erzielen. Hier besteht deutlicher Aufklärungsbedarf. Der Dosierdispenser ist die optimale Darreichungsform des Sonnenschutzmittels. Diese Darreichungsform erlaubt es zudem, die Schichtdicke in Abhängigkeit der Hübe anzugeben. Dieser innovative Ansatz wird bereits umgesetzt (in Daylong Kids) mit der Angabe der benötigten Hübe pro Körperregion unter Berücksichtigung des Alters und der Kleidergröße.

Literatur

  1. Diaz A et al. The children and sunscreen study: A crossover trial investigating children’s sunscreen application thickness and the influence of age and dispenser type. Arch Dermatol 2012; 148: 606–613CrossRefGoogle Scholar

Copyright information

© Urban & Vogel 2012

Authors and Affiliations

  • Dietrich Abeck

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