Welche Frauen von einer Geburtseinleitung nach 41 Wochen profitieren

Je länger eine Schwangerschaft nach der 40. Woche dauert, desto höher die Wahrscheinlichkeit für perinatalen Tod und schwere Morbidität. Eine neue Metaanalyse liefert jetzt Hinweise darauf, dass Erstgebärende und ihre Kinder davon profitieren, wenn die Geburt in der 41. Woche eingeleitet wird, statt bis zur 42. Woche abzuwarten.

Ein internationales Forscherteam hat drei Studien zum richtigen Zeitpunkt einer Geburtseinleitung analysiert. Alle Teilnehmerinnen waren zum Untersuchungszeitpunkt gesund und in der 41. Woche schwanger. Von fast 4.600 Frauen wollten knapp 2.300 zu diesem Zeitpunkt eine Weheninduktion. Bei 80 % davon erfolgte sie wie geplant, bei den anderen begann die Geburt spontan. In einer zweiten Gruppe von rund 2.300 Schwangeren wurde bis zur 42. Schwangerschaftswoche abgewartet. Bei 30 % dieser Frauen musste die Geburt anschließend eingeleitet werden, während die Wehen bei den übrigen von allein einsetzten.

Vom kombinierten Endpunkt aus perinatalem Tod und schwerer Morbidität, definiert als Krankheit, Trauma oder andere Verletzung, waren zehn Neugeborene (0,4 %) in der 41-Wochen-Gruppe und 23 Kinder (1,0 %) in der 42-Wochen-Gruppe betroffen. Perinatale Todesfälle traten bei einer (< 0,1 %) gegenüber acht (0,4 %) Schwangerschaften auf. 24 (1,1 %) versus 46 (1,9 %) Kinder mussten für mehr als vier Tage in eine Neugeborenenstation aufgenommen werden.

Die Unterschiede waren signifikant, galten aber nur für Erstgebärende. Bei allen anderen Frauen war die Anzahl der unerwünschten Ereignisse zu gering, um einen Effekt nachzuweisen. Der Gesundheitszustand der Mütter nach der Geburt war in Interventions- und Kontrollgruppe ähnlich, genauso wie der Anteil an Sectio- und Zangenentbindungen sowie Vakuumextraktionen. In einer Subgruppenanalyse mit Frauen über und unter 35 Jahren zeigten sich keine Unterschiede und auch auf den BMI schien es nicht anzukommen.

Fazit: Eine Weheninduktion in der 41. Schwangerschaftswoche scheint im Vergleich zu einem abwartenden Management die Prognose der Neugeborenen zu verbessern. Das gilt zumindest für Erstgebärende.

Alkmark M et al. Induction of labour at 41 weeks or expectant management until 42 weeks: A systematic review and an individual participant data meta-analysis of randomised trials. PLoS Med 2020;17:e1003436

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Schmidt, J. Welche Frauen von einer Geburtseinleitung nach 41 Wochen profitieren. gynäkologie + geburtshilfe 26, 10 (2021). https://doi.org/10.1007/s15013-021-4032-2

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