Brustkrebs: Makrolid verlängert Leben

Sprechen Frauen mit Brustkrebs und Metastasen nicht mehr auf Anthrazykline und Taxane an, gibt es nur wenige Behandlungsoptionen. Wie gut das Makrolid Utidelon in dieser Situation wirkt, war Gegenstand einer aktuellen Studie.

Chinesische Onkologen haben das Epothilon-Analogon Utidelon in einer randomisiert-kontrollierten Phase-III-Studie bei 405 Frauen mit metastasiertem Brustkrebs und Resistenz gegen Anthrazykline sowie Taxane geprüft. Die Frauen erhielten im Verhältnis 2 : 1 entweder Utidelon (30 mg/m² einmal täglich intravenös an den Tagen 1-5 eines 21-Tage-Zyklus) plus Capecitabin (1.000 mg/m² zweimal täglich oral an den Tagen 1-14) oder nur Capecitabin (1.250 mg/m² zweimal täglich an den Tagen 1-14). Primärer Endpunkt war das progressionsfreie Überleben (PFS).

Nachdem 313 der Frauen gestorben waren (72 % mit der Kombi- und 82 % mit der Monotherapie), berechneten die Onkologen ein medianes Gesamtüberleben (OS) von 19,8 Monaten in der Gruppe mit Utidelon sowie 16,0 Monaten unter der Capecitabin-Monotherapie. Bei Patientinnen, welche die Studienmedikation wie geplant erhalten hatten (Per-Protocol-Analyse), erreichte die Differenz mit 20,9 versus 15,7 Monate sogar knapp fünf Monate. Nach zwei Jahren lebten noch 41 % mit der Kombi-, aber nur 30 % mit der Monotherapie, die Sterberate war unter der Kombitherapie um ein Viertel reduziert.

Besonders profitierten Frauen mit HER2-negativem und zugleich Hormonrezeptor-positivem Tumorstatus, keine Vorteile zeigten sich bei solchen mit HER2-positiven und Hormonrezeptor-negativen Tumoren, ebenso wenig profitierten Patientinnen mit einer vorhergehenden Capecitabin-Therapie. Das PFS betrug im Median 8,0 Monate mit der Kombi und 3,5 Monate mit der Monotherapie.

Grad-3-Nebenwirkungen traten unter der Kombitherapie etwas häufiger auf (54 % versus 35 %), was zum großen Teil an peripheren Neuropathien lag. 85 % der Patientinnen mit Utidelon entwickelten solche Beschwerden, ein Viertel von Grad 3, diese bildeten sich bei einer Dosisreduktion meist wieder zurück. Schwere unerwünschte Wirkungen gab es mit der Kombitherapie aber nicht häufiger als unter der Monotherapie (bei 8 % versus 11 %), auch wurden unter Utidelon keine signifikante Myelosuppression und Lebertoxizität beobachtet.

Fazit: Das Makrolid Utidelon kann das Leben von Frauen mit einem Anthrazyklin- und Taxan-resistenten metastasiertem Brusttumor um rund vier Monate verlängern. Einen ähnlichen Vorteil gibt es auch beim progressionsfreien Überleben.

Xu B et al. Efficacy of utidelone plus capecitabine versus capecitabine for heavily pretreated, anthracycline- and taxane-refractory metastatic breast cancer: final analysis of overall survival in a phase 3 randomised controlled trial. Ann Oncol 2021;32:218-28

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Müller, T. Brustkrebs: Makrolid verlängert Leben . gynäkologie + geburtshilfe 26, 12 (2021). https://doi.org/10.1007/s15013-021-4028-y

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