Inflammation und Eisenstoffwechsel hängen bei COVID-19 zusammen

In einer aktuellen Studie mit 109 COVID-19-Patienten wurde der Zusammenhang zwischen der Erkrankung und den Folgen Hyperinflammation und Hyperferritinämie untersucht [Sonnweber T et al. Respir Res 2020;21:276]. Die Patienten hatten eine COVID-19-Erkrankung überstanden und wurden 60 Tage nach den ersten Symptomen erneut untersucht.

Zwei Monate nach dem Beginn der COVID-19-Symptome litten noch immer 30 % der Patienten an einem Eisenmangel. Davon lag bei 13 % ein absoluter Eisenmangel vor, bei 17 % ein funktioneller Eisenmangel. Eine Anämie trat bei 9,2 % der Patienten auf. Männer hatten dabei häufiger eine Anämie als Frauen (12 % vs. 5 %). Die Krankheitsschwere korrelierte mit der Anämie-Prävalenz derart, dass 90 % der anämischen Patienten zuvor einen schweren oder kritischen COVID-19-Verlauf hatten.

Ob es sich bei diesen Zusammenhängen um eine physiologische Adaptation an die Infektion oder um einen krankheitsaggravierenden Einfluss der dysregulierten Eisenhomöostase handelt, wird noch diskutiert.

Ein wichtiger "Player" im Zusammenspiel zwischen Eisen und Entzündung ist unabhängig von einer Coronainfektion das natürliche Glykoprotein Lactoferrin. Es kann die entzündungsbedingte Ausschüttung von Hepcidin reduzieren und ermöglicht eine bessere Eisenverwertung.

Nach Informationen von Salus

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Facharztmagazine, R. Inflammation und Eisenstoffwechsel hängen bei COVID-19 zusammen. gynäkologie + geburtshilfe 26, 61 (2021). https://doi.org/10.1007/s15013-021-4020-6

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