Neue Behandlungsoption für Behçet-Syndrom

Das Behçet-Syndrom (BS) kann an verschiedensten Lokalisationen auftreten, erklärte Dr. Theodoros Xenitidis, Tübingen. Die Vaskulitis manifestiert sich in Form oraler und genitaler Geschwüre, ubiquitärer Hautläsionen oder als Uveitis und Arthritis, und kann ebenso als Beteiligung des ZNS und des Gastrointestinaltraktes auftreten. Insbesondere imponieren schmerzhafte orale Aphten, die häufig rezidivieren und bis zur Unmöglichkeit der Nahrungsaufnahme Schmerzen verursachen können.

Therapeutisch stehen topische Glukokortikosteroide sowie Colchicin im Vordergrund. Letzteres ist ebenso wie Methotrexat jedoch nicht für BS zugelassen. Zwar können bei schwereren Verläufen auch Azathioprin und Ciclosporin A eingesetzt werden, sind jedoch mit erheblichen Nebenwirkungen behaftet.

Dr. Felix Lauffer, München, stellte Daten zum seit Kurzem zugelassenen oral verabreichten kleinmolekularen PDE4-Inhibitor Apremilast (Otezla®) vor. ist ein. Die für die Zulassung relevante RELIEF-Studie adressierte vornehmlich die oralen Aphten. Primärer Wirksamkeitsendpunkt war die "area under the curve" für die Gesamtzahl oraler Aphten während des zwölfwöchigen placebokontrollierten Zeitraums. Hierbei war Apremilast Placebo ebenso signifikant überlegen wie bei der Reduktion der durch sie verursachten Schmerzen; die positive Wirkung war nachhaltig. Nebenwirkungen über Placeboniveau waren vor allem gastrointestinaler Natur (Diarrhö, Übelkeit, Erbrechen) [Hatemi G et al. N Engl J Med 2019; 381: 1918-28].

Virtuelle Pressekonferenz "Neue Erfahrungswerte mit Apremilast ein halbes Jahr nach der Behçet-Indikationserweiterung", 11. September 2020; Veranstalter: Amgen

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Freye, R. Neue Behandlungsoption für Behçet-Syndrom. hautnah dermatologie 37, 73 (2021). https://doi.org/10.1007/s15012-021-4214-6

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