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hautnah dermatologie

, Volume 34, Issue 2, pp 24–24 | Cite as

Melanom: Erfolg moderner Therapien trotz Hirnmetastasen

  • Peter Leiner
Literatur kompakt
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Ein Team aus internationalen Onkoligen untersuchte in einer retrospektiven Kohortenstudien das Risiko für Hirnmetastasen und die Überlebendauer nach Beginn der systemischen Therapie bei Melanompatienten im nicht resezierbaren AJCC-Stadium (American Joint Committee on Cancer) III/IV.

Berücksichtigt wurden Patienten aus den USA, bei denen im Zeitraum zwischen 2000 und 2012 die systemische Therapie begonnen wurden. Für die Studie wurde dieser Zeitraum in die Abschnitte 2000–2008, 2009–2010 und ab 2011 eingeteilt. In den Jahren 2009 und 2010 wurden in den USA Immuncheckpointhemmer und BRAF/MEK-gerichtete Therapien immer häufiger angewandt, im Jahr 2011 dann Ipilimumab und Vemurafenib zugelassen. Optionen der systemischen Therapie, die während des Studienzeitraums genutzt wurden, waren außer der Chemotherapie die Behandlung etwa mit Interleukin 2, Pembrolizumab und Nivolumab sowie mit BRAF- und MEK-Hemmern.

Die Onkologen ermittelten aus den Studiendaten die Inzidenzen der Hirnmetasten und das Überleben der Patienten und verglichen es mit jenem bei Patienten im fortgeschrittenen Stadium ohne Hirnmetasen. Demnach lag die Gesamtinzidenz der zerebralen Metastasen bei 40 %. Zwischen der ersten Melanomdiagnose und dem erstmaligen Nachweis von Hirnmetastasen lagen median 29,6 Monate (0–320,2 Monate). Patienten mit Metastasen lebten signifikant kürzer als Patienten ohne (25,9 vs. 35,5 Monate). Nach drei Jahren lag die Gesamtüberlebensrate bei 40,2 versus 49,8 %.

Schließlich lebten die Patienten mit Metastasendiagnose im Jahr 2011 und später mit 22,7 Monaten signifikant länger als diejenigen mit Diagnosen im Zeitraum 2009–2010 (8,5 Monate) bzw. 2000–2008 (7,5 Monate). Entsprechend war das Sterberisiko in den beiden Zeiträumen im Vergleich zum Abschnitt ab 2011 bei Patienten mit Metastasendiagnose 2,8- beziehungsweise 2,0-fach erhöht. Zum Vergleich: In einer 2011 veröffentlichten Studie wurde berichtet, dass die Gesamtüberlebensdauer nach der Diagnose von Hirnmetastasen bei Melanompatienten, die an einer klinischen Studie zwischen 1986 und 2004 teilgenommen hatten, median 4,7 Monate betrug [Davies MA et al. Cancer 2011; 117: 1687–1696]. In der aktuellen Untersuchung betrug die Gesamtüberlebensdauer, gemessen ab dem Zeitpunkt der Metastasendiagnose, über die gesamte Studiengruppe 10,5 Monate. Aus den aktuellen Daten geht darüber hinaus hervor, dass diejenigen mit Hirnmetastasen signifikant jünger waren als Studienteilnehmer ohne (58 vs. 62 Jahre; p ≤ 0,0001).

Fazit: Melanompatienten im fortgeschrittenen Stadium mit Hirnmetastasen leben heute deutlich länger als in der ersten 2000er-Dekade, als moderne Immuntherapien etwa mit Checkpointhemmern noch nicht verfügbar waren.

Literatur

  1. Sloot S et al. Improved Survival of Patients With Melanoma Brain Metastases in the Era of Targeted BRAF and Immune Checkpoint Therapies. Cancer 2018; 124 :297–305CrossRefGoogle Scholar

Copyright information

© Springer Medizin Verlag GmbH, ein Teil von Springer Nature 2018

Authors and Affiliations

  • Peter Leiner
    • 1
  1. 1.

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