hautnah dermatologie

, Volume 34, Issue 2, pp 19–19 | Cite as

Das sieht man selten: inkrustierte Skabies

  • Hermann S. Füeßl
Literatur kompakt
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Ein 71-jähriger Mann mit bekannter Leberzirrhose suchte wegen eines schweren allgemeinen Juckreizes die Nothilfe auf. Bereits drei Monate zuvor war er mit geröteter und schuppiger Haut im Bereich des behaarten Kopfs und der Hände vorstellig geworden. In zwei Schabepräparaten hatten damals keine Milben gefunden werden können. Der Mann war systemisch und lokal mit Kortikoiden behandelt worden. Jetzt fand sich ein generalisiertes gerötetes und schuppendes Exanthem mit ausgeprägten Hyperkeratosen im Bereich von Gesicht, Nacken (Abb. A) und Genitale (Abb. B). Bei der mikroskopischen Untersuchung eines Schabepräparats aus dem Abdominalbereich waren Milben erkennbar, sodass die Diagnose einer inkrustrierten Skabies gestellt werden konnte.

A, B: Schuppendes Exanthem mit ausgeprägten Hyperkeratosen

© N Engl J Med 2017; 377: 476

Es handelt sich dabei um eine seltene und besonders schwere Form der Skabies, die wegen der starken Besiedelung mit Milben hochkontagiös ist. Sie tritt vor allem bei immunkompromittierten Patienten, bei sensorischer oder motorischer Neuropathie oder bei Demenz auf, kann aber auch bei Personen ohne eindeutige Risikofaktoren vorkommen. Wird die Erkrankung nicht diagnostiziert, so können diese Patienten zur Quelle einer Epidemie in stationären Gesundheitseinrichtungen und Pflegeheimen werden.

Der Patient wurde oral mit Ivermectin und topisch mit salicylsäurehaltiger Salbe behandelt, woraufhin sich die Symptomatik innerhalb von zwei Wochen zurückbildete.

Literatur

  1. Elosua-Gonzales M et al. Crusted Scabies. N Engl J Med 2017; 377: 476CrossRefGoogle Scholar

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Authors and Affiliations

  • Hermann S. Füeßl
    • 1
  1. 1.

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