LASERMEDIZIN — WIRTSCHAFTLICHES ODER WISSENSCHAFTLICHES DENKEN

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

Es ist nahezu unbestritten, dass Wissenschaft und Forschung zu den entscheidenden Zukunftsbereichen einer modernen Gesellschaft gehören. Oder vielleicht doch nicht? In Österreich wurde in diesem Jahr offiziell ein eigenständiges Wissenschaftsministerium abgeschafft. Wie es so schön heißt, wurde der bisherige Bundesminister für Wirtschaft mit der Leitung der so wichtigen Zukunftsbereiche Wissenschaft und Forschung zusätzlich betraut. Der Wissenschaftsminister wurde verabschiedet. Ein Zeichen, welches weit über unsere Grenzen hinaus negativ beurteilt wurde. Vom nobelpreisverdächtigen Spitzenforscher und Präsidenten der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Professor Anton Zeilinger, bis zum Bergbauern (persönliche Kommunikation des Präsidenten der Österreichischen Gesellschaft für Kontrollierte Akupunktur und TCM im Februar 2014 in Davos) kam ein Aufschrei über die für viele nicht verständliche Vorgangsweise der Regierung.

Wirtschaft und Wissenschaft sollen nun also ganz nahe aneinandergerückt sein und sich in den meisten Belangen gut ergänzen. Kritiker allerdings sind der Meinung, dass dies das Ende der unabhängigen und freien Forschung bedeutet und in Zukunft an den Universitäten nur mehr bezahlte Auftragsforschung stattfinden wird. Frank Stronach, Austrokanadier, einer der reichsten Männer Österreichs und nebenbei erwähnt ehemaliger Sponsor einer meiner Forschungseinheiten, hat den vielzitierten Ausspruch der ‚Goldenen Regel‘ geprägt. Er interpretiert diese so: „Wer das Gold hat, macht die Regel“. Müssen wir uns in Zukunft daran gewöhnen, dass bei Forschungsergebnissen das herauskommt, was die Industrie gerne möchte? Von unserer Seite gibt es dazu ein klares ‚nein‘. Die Entwicklung und Erprobung sowie klinische Forschung in der Lasermedizin ist die eine Komponente, der Verkauf der Geräte die andere. Aus meiner Sicht ist dies strikt zu trennen und kann nicht neutral und ohne Vorurteile kombiniert werden.

Ich wende mich in diesem Zusammenhang an alle laserneedle, weberneedle, lightneedle, schikoraneedle, ledneedle, medlouxxneedle, etc. Hersteller, in Zukunft unabhängige universitäre Forschung zu unterstützen und nicht ausschließlich an die Verkaufszahlen der Geräte zu denken. Sehr schnell wird oft vergessen, dass die kosten- und zeitintensive hochrangige universitäre Forschung erst den Verkauf derartiger Systeme ermöglicht und beschleunigt hat. Vergessen wir nicht, dass wir zum Wohle unserer PatientInnen Systeme herstellen sollten, und aus keinem anderen Grund.

Ein in jeder Hinsicht zu erwähnendes positives Beispiel stellt dabei die Förderung wissenschaftlicher Grundlagenforschung durch die Deutsche Akademie für Akupunktur und Aurikulomedizin unter der Präsidentschaft von Professor Frank Bahr dar. Sie finden in diesem Heft auch einen Artikel zur Lasergrundlagenforschung unseres Forschungsteams, der mit finanziellen Mitteln der DAA unterstützt wurde. Herzlichen Dank allen Mitgliedern dafür.

In diesem Sinne freue ich mich auf zahlreiche positive Rückmeldungen der Laserfirmen, meine e-mail Adresse finden Sie bitte untenstehend.

Mit herzlichen Grüßen

Gerhard Litscher

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Univ.-Prof. Prof. h.c. DI Dr. techn. Dr. scient. med.Gerhard Litscher

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Litscher, G. LASERMEDIZIN — WIRTSCHAFTLICHES ODER WISSENSCHAFTLICHES DENKEN. Akupunkt Aurikulomed 40, 8 (2014). https://doi.org/10.1007/s15009-014-5252-5

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