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Allergo Journal

, Volume 27, Issue 2, pp 14–14 | Cite as

Gräserpollen-SLIT modifiziert langfristigen Asthmaverlauf

  • Barbara Kreutzkamp
Literatur kompakt

Mit Spannung wurden die Ergebnisse der ersten großen placebokontrollierten Studie zum asthmapräventiven Effekten einer spezifischen Gräser-Immuntherapie erwartet. Die hochgesteckten Ziele wurden nicht ganz erfüllt, positive Ergebnisse sind dennoch zu vermelden.

Die spezifische Immuntherapie mit ihren immuntoleranzinduzierenden Effekten kann den natürlichen Verlauf einer allergischen Erkrankung modifizieren. Kleinere Studien mit allerdings eingeschränkter Aussagekraft weisen unter anderem auf einen Präventiveffekt auf die Asthmaentwicklung hin. In der kontrollierten „Grazax Asthma Prevention“(GAP)-Studie sollte das erstmals randomisiert, doppelblind und placebokontrolliert überprüft werden.

Einbezogen in die Multicenterstudie waren 812 Kinder im Alter von fünf bis zwölf Jahren mit einer gräserpollenassoziierten Rhinokonjunktivitis und ohne Asthma. Randomisiert nahmen sie über drei Jahre einmal täglich eine SQ-Gräser-Sublingualtablette mit 75.000 SQ-Einheiten Phleum-pratense-Allergenextrakt oder Placebo ein und wurden dann über zwei Jahre nachbeobachtet. In regelmäßigen Abständen untersuchten die Studienärzte die Kinder auf klinische Asthmazeichen sowie mögliche verordnete Asthmamedikamente. Primärer Studienendpunkt war die Zeit von der Randomisation bis zum Auftreten eines Asthmas, definiert unter anderem als reversible Verschlechterung der Lungenfunktion.

Insgesamt ergab sich kein Unterschied zwischen der Verum- und Placebogruppe beim primären Studienziel. Allerdings reduzierte die SQ-Gräser-SLIT signifikant das Risiko für Asthmasymptome oder den Einsatz von Asthmamedikamenten mit einer Odds Ratio von 0,66 am Studienende (p < 0,36), während des zweijährigen Follow-ups als auch der gesamten fünfjährigen Studiendauer. Die allergischen Rhinokonjunktivits-Symptome unter der Verum-SLIT gingen um 22–33 % zurück (p < 0,005 für alle fünf Studienjahre), ebenso der Verbrauch an Rhinokonjunktivitisbedarfsmedikamenten mit einer relativen Differenz von 27 % gegenüber Placebo (p < 0,001). Auch die Befunde zu Gesamt-IgE- und spezifischen Gräserpollen-IgE-Serumspiegel sowie die Hautpricktestreaktivität gegen Gräserpollenallergene besserten sich in der SLIT-Gruppe wesentlich stärker als in der Placebogruppe.

Fazit: Kinder mit einer Gräserallergie profitieren von einer dreijährigen Behandlung mit einer SQ-Gräserallergen-SLIT bei der Entwicklung von Asthmasymptomen und der Einnahme von Asthmamedikamenten während der dreijährigen aktiven Therapie und den zwei behandlungsfreien Nachbeobachtungsjahren. Beim Zeitpunkt bis zum ersten Auftreten von Asthma zeigten sich keine Gruppendifferenzen.

Literatur

  1. Valovirta E et al. Results from the 5-year SQ grass sublingual immunotherapy tablet asthma prevention (GAP) trial in children with grass pollen allergy. J Allergy Clin Immunol 2018;141:529–38CrossRefGoogle Scholar

Copyright information

© Springer Medizin Verlag GmbH, ein Teil von Springer Nature 2018

Authors and Affiliations

  • Barbara Kreutzkamp
    • 1
  1. 1.

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