Allergo Journal

, Volume 26, Issue 3, pp 12–12 | Cite as

Antikörperprofil der α-Gal-Fleischallergie

  • Barbara Kreutzkamp
Literatur kompakt
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Die Fleischallergie vom verzögerten Typ wird durch α-Gal-Epitope auf Fleischprotein unter anderem von Rind oder Schwein hervorgerufen. Diese vermutlich sekundäre Allergie zeigt einige Besonderheiten – etwa bei den spezifischen IgG-Antikörpern.

Allergische Reaktionen gegen Rindfleisch, die sich überwiegend gegen das Bovine Serum-Albumin (BSA) richten, sind schon seit längerem bekannt. 2009 wurde eine weitere Form der Fleischallergie beschrieben, die typischerweise drei bis sieben Stunden nach dem Verzehr von Rind, Schwein oder Lamm auftritt und durch spezifische IgE-Antikörper gegen Galaktose-α-1,3-Galaktose (α-Gal) hervorgerufen wird. Nun wurden die α-Gal-spezifischen IgE- und IgG-Reaktivitäten bei 20 Patienten mit einer Fleischallergie vom verzögerten Typ näher charakterisiert.

Die Spiegel von Gesamt- und spezifischem IgE wurden per Immuno-CAP bestimmt, Immunoblotting und ELISA sollten Aufschluss geben über die IgE-Antworten auf einen Extrakt aus Rinderfleisch sowie dem Bovinem γ-Globulin (BGG), einem α-Gal-tragendem Rinderprotein. Darüber hinaus wurden die Spiegel der beim Menschen in größeren Mengen vorkommenden α-Gal-spezifischen IgG-Antikörper-Isotypen 1–4 von Probanden mit und ohne Fleischallergie per ELISA miteinander verglichen.

Ergebnis: BGG war das in den Immunoblots am häufigsten erkannte Rinderprotein. Die IgE- und IgG-Bindung wurde durch ELISA bestätigt und ließ sich durch eine Präinkubation mit α-Gal komplett aufheben. Weder die Depletion von autologen α-Gal-spezifischen IgG-Antikörpern noch der Zusatz von α-Gal-spezifischem IgG von Probanden ohne Fleischallergie veränderte das spezifische IgE-Erkennungsmuster der Fleischallergiker. Bei den fleischallergischen Patienten waren die Serumspiegel der α-Gal-spezifischen Isotypen IgG1 und IgG3 signifikant erhöht, die Kontrollpersonen hatten dagegen signifikant höhere spezifische IgG4-Antikörper.

Fazit: Spezifische IgE- und IgG-Antikörper von Patienten mit einer Fleischallergie vom verzögerten Typ erkennen das α-Gal-Epitop auf BGG. Die Serumspiegel von α-Gal-spezifischem IgE sowie IgG1 und 3 sind erhöht, ein IgE-blockierender Effekt ließ sich bei den IgG-Antikörpern der untersuchten Patienten – anders als bei Nicht-Fleischallergikern und insgesamt untypisch für eine Nahrungsmittelallergie – nicht nachweisen.

Literatur

  1. Kollmann D et al. The quantity and quality of α-gal-specific antibodies differ in individuals with and without delayed red meat allergy. Allergy 2017; 72: 266–73CrossRefPubMedGoogle Scholar

Copyright information

© Springer Medizin 2017

Authors and Affiliations

  • Barbara Kreutzkamp
    • 1
  1. 1.

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