Allergo Journal

, Volume 26, Issue 3, pp 3–3 | Cite as

Themenheft(e) Insektengiftallergie – „Stich“-Tag im Allergo Journal

  • Springer Medizin
Editorial
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Prof. Dr. Franziska Ruëff, Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Allergologie, Klinikum der Universität München

Prof. Dr. Gunter Sturm, Allergieambulatorium Reumannplatz, Wien; Universitäts-Hautklinik Graz, Österreich

© Fotostudie Wilke, Wien

Prof. Dr. Peter Schmid-Grendelmeier, Dermatologische Klinik und Poliklinik, Universitätsspital Zürich, Schweiz

Prof. Dr. Thilo Jakob, Klinik für Dermatologie und Allergologie, Uniklinikum Gießen und Marburg, Standort Gießen

Insektenstiche sind im Erwachsenenalter die häufigste und bei Kindern die zweithäufigste Ursache anaphylaktischer Reaktionen. Die meisten Patienten samt deren Angehörigen, die einmal davon betroffen waren, möchten eine Wiederholung nach Möglichkeit vermeiden. Erfreulicherweise sind Todesfälle infolge einer Insektengiftallergie insgesamt selten. Doch bereits das Wissen, dass sich jederzeit ein Stich ereignen und einen Ablauf von Beschwerden und Gegenmaßnahmen initiieren kann, verstört die Betroffenen und zerstört unnötig Lebensqualität.

Gerade in den letzten Jahren wurden viele neue Erkenntnisse sowohl über Risikofaktoren für schwerere systemische Reaktionen bei unbehandelten und behandelten Patienten gewonnen, sodass sich klarer zeigt, wer besonders gefährdet ist und daher besonders dringlich versorgt werden muss. Auch wenn es weiter viele offene Fragen gibt, so ist genügend evidenzbasiertes Wissen verfügbar, um gut begründet zu entscheiden, wen und wie man mit Insektengift-Immuntherapie behandelt und wer die Behandlung eher nicht so dringend benötigt. Vor der Therapie steht auch bei der Insektengiftallergie erst einmal die Diagnose und hierfür wurde in den letzten Jahren das diagnostische Arsenal für die artenspezifische Feststellung der Sensibilisierung und Bewertung von Doppelsensibilisierungen erheblich verbessert. Im Sinne eines zweckgerichteten Einsatzes von Ressourcen fragt man sich aber, welche der heute möglichen Untersuchungen wirklich im klinischen Alltag gebraucht werden. Auch hier lernen wir weiter und sehen, dass wir nicht immer alles brauchen, was technisch möglich ist.

Die Verfügbarkeit von qualitativ hochwertigen Giftextrakten für den Einsatz bei der Diagnose und Behandlung der Insektengiftallergie hat die Prognose und die gesundheitsbezogene Lebensqualität von betroffenen Patientinnen dramatisch verbessert. Noch immer sind viele Patienten nicht adäquat behandelt, was nicht zuletzt auf Unwissenheit sowohl auf Seiten von Patienten als auch Ärzten zurückzuführen sein dürfte.

Mit den Sonderheften zur Insektengiftallergie, von denen wir in dieser Allergo-Journal-Ausgabe den Teil 1 präsentieren, wollen wir dazu beitragen, das Wissen über Insektengiftallergie zu erweitern und für das Thema zu interessieren.

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