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MMW - Fortschritte der Medizin

, Volume 161, Issue 6, pp 9–9 | Cite as

Heißer und sehr heißer Tee

Schluck für Schluck zum Ösophaguskarzinom

AKTUELLE MEDIZIN . MAGAZIN
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Wer gern und viel heißen Tee trinkt, läuft Gefahr, ein Plattenepithelkarzinom des Ösophagus zu induzieren.

_ Laut einem Sprichwort wird nichts so heiß gegessen, wie es gekocht wird. Getrunken allerdings wird manches fast so heiß, wie es gebrüht wird — zum Beispiel Tee in der iranischen Provinz Golestan. Dort bietet sich folglich eine gute Gelegenheit, den Zusammenhang zwischen dem Konsum von Heißgetränken und dem Risiko für Speiseröhrenkrebs zu erkunden. Eine Forschergruppe um Farhad Islami von der Amerikanischen Krebsgesellschaft in Atlanta hat sie ergriffen

Die Untersuchung, an der rund 50.000 Personen teilnahmen, lief folgendermaßen ab. Man ließ frisch zubereiteten Tee zunächst auf 75 °C abkühlen und bat die Probanden dann, daran zu nippen. Danach wurde notiert, ob das die übliche Trinktemperatur der Testperson war oder ob sie zu noch heißerem Tee neigte. Teetrinker, die ihren Tee kühler mochten (< 60 °C), wurden in einer Gruppe zusammengefasst.

© Krasser / stock.adobe.com

Im Lauf der Nachbeobachtungszeit von rund zehn Jahren traten 317 Fälle von Plattenepithelkrebs der Speiseröhre auf. Im Vergleich zu den Trinkern kühlen Tees war das Risiko für Teetrinker ab 60 °C um 40% erhöht. Wer seinen Tee sehr heiß zu trinken pflegte, war im Vergleich zu den lau trinkenden 140% häufiger von Ösophaguskarzinomen des Plattenepitheltyps betroffen. Personen, die täglich 700 ml oder mehr heißen (≥ 60 °C) Tee tranken, hatten ein um 90% höheres Krebsrisiko, wenn man ihnen Kontrollen gegenüberstellte, die weniger als 700 ml kühleren Tee (< 60 °C) konsumierten.

Literatur

  1. Islami F et al. Int J Cancer 2019;  https://doi.org/10.1002/ijc.32220

Copyright information

© Springer Medizin Verlag GmbH, ein Teil von Springer Nature 2019

Authors and Affiliations

  • rb
    • 1
  1. 1.

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