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MMW - Fortschritte der Medizin

, Volume 160, Issue 7, pp 14–14 | Cite as

Beschwerden halten länger an als vermutet

Nach Thyreoidektomie wird Schlucken oft zur Qual

  • Dagmar Kraus
AKTUELLE MEDIZIN . REPORT

Belastende Schluckbeschwerden nach einer Thyreoidektomie halten oft länger an als bisher angenommen, auch wenn ein objektivierbares Korrelat meist fehlt.

_ HNO-Ärzte um Brittany N. Krekeler von der Universität von Wisconsin in Madison haben 26 Patienten, die sich die Schilddrüse wegen eines papillären Karzinoms komplett entfernen lassen mussten, über sechs Monate regelmäßig nach Schluckbeschwerden befragt. Die Studienteilnehmer hatten keine Metastasen und wiesen keine operationsbedingte Schädigung des N. laryngeus recurrens auf.

Nach zwei Wochen gaben 80% der Patienten mindestens ein Dysphagie-assoziiertes Symptom an, nach sechs Wochen 42% und nach sechs Monaten immer noch 17%. Das am häufigsten, von 12 Patienten genannte Problem waren „Schmerzen beim Schlucken“. Ein objektivierbares Korrelat fand sich allerdings nur bei zwei Teilnehmern (8%).

Die beschriebenen Beschwerden reichten von einem „unangenehmem Gefühl beim Schlucken“ bis zum Gefühl, „etwas sei im Hals stecken geblieben“.

Thyreoidektomie-bedingte Dysphagien werden unterschätzt, stellen die Autoren fest. Dabei seien diese Beschwerden, die die Lebensqualität oft stark beeinträchtigen, eher die Regel als die Ausnahme und beschränken sich nicht auf die unmittelbare postoperative Phase. Krekeler et al. raten, die Patienten vor dem Eingriff entsprechend aufzuklären und dem Beschwerdebild bei der Nachsorge größere Aufmerksamkeit zu schenken.

Literatur

  1. Krekeler BN et al. JAMA Otolaryngol Head Neck Surg 2018, online 8. MärzGoogle Scholar

Copyright information

© Springer Medizin Verlag GmbH, ein Teil von Springer Nature 2018

Authors and Affiliations

  • Dagmar Kraus
    • 1
  1. 1.

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