MMW - Fortschritte der Medizin

, Volume 160, Issue 6, pp 38–38 | Cite as

Tiefkühl-EKG mit Normalisierung

  • H. Holzgreve
FORTBILDUNG . KRITISCH GELESEN
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Prof. Dr. med. H. Holzgreve Internist, München

Eine 76-jährige Frau mit Demenz und koronarer Herzkrankheit wurde in die Notfallambulanz gebracht, nachdem sie für unbestimmte Zeit im Freien gelegen hatte. Die Körperkerntemperatur betrug nur noch 26° C. Im EKG war die QRS-Dauer verbreitert und die QT-Zeit verlängert. Typisch für Hypothermie sind positive Zacken am Übergang vom QRS-Komplex zur ST-Strecke, sogenannte J- oder Osborne-Wellen, v. a. in den inferioren und lateralen Ableitungen (Abb. A). Es bestand keine Bradykardie, möglicherweise sogar ein Sinusrhythmus. In der Laboruntersuchung zeigten sich eine Hyperkaliämie (5,7 mmol/l), ein erhöhter CK-Wert (1.230 U/l) und eine Azidose (pH-Wert 7,19).

A: Hypothermie-typische J-Wellen im EKG (rote Pfeile). B: Normalisierung des EKG nach Wiedererwärmung.

© New Engl J Med. 2018;378:460

Die EKG-Veränderungen werden durch die metabolischen und elektrophysiologischen Folgen der Hypothermie induziert. Nach 12 Stunden Wiedererwärmung verschwanden alle Hypothermie-induzierten Anomalien im EKG, und es zeigte sich bei der bemerkenswert kälteresistenten Seniorin ein jugendlich normaler Kurvenverlauf (Abb. B).

Literatur

  1. Kampouri E, Vaucher J. Electrocardiographic changes in hypothermia. New Engl J Med. 2018;378:460CrossRefGoogle Scholar

Copyright information

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Authors and Affiliations

  • H. Holzgreve
    • 1
  1. 1.

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