MMW - Fortschritte der Medizin

, Volume 160, Issue 6, pp 19–19 | Cite as

Impfung gegen Meningokokken C

Sind Ihre Patienten ausreichend geschützt?

  • Robert Bublak
AKTUELLE MEDIZIN . IMPFSPRECHSTUNDE
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Die Impfung gegen Meningokokken der Serogruppe C schützt die Geimpften selbst und über die Herdenimmunität auch die Nichtgeimpften. Eine seroepidemiologische Untersuchung brachte dazu neue Erkenntnisse.

_ Programme zur Meningokokken-Impfung fördern die direkte und indirekte Protektion gegen Erkrankungen, die durch diese Keime verursacht werden. Ein erheblicher Teil der Schutzwirkung ist dabei der Herdenimmunität geschuldet, mit der die asymptomatische Keimträgerschaft reduziert wird.

Wie es um Letztere bestellt ist, haben spanische Forscher untersucht. In Spanien gehört die Impfung gegen Meningokokken C wie in Deutschland auch zu den Standardimpfungen. Die Durchimpfungsraten liegen hier zwischen 99,9% bei den Drei- bis Vierjährigen und 68,0% bei den 22- bis 29-Jährigen.

Die Forscher wollten wissen, wie hoch die Impftiter acht bis zwölf Jahre nach der Impfung ausfallen. Dazu bestimmten sie die Antikörpertiter von 1.880 Personen in der Region Valencia. Ein Titer ≥ 8 galt als protektiv. In diesem Bereich lagen 27,8% der Proben insgesamt und 31,2% der Proben von Unter-30-Jährigen.

Die meisten geschützten Personen fanden sich unter den im Alter zwischen 10 und 13 Jahren im Zuge einer Nachholimpfkampagne Geimpften, die zum Zeitpunkt der Probennahme 20 oder 21 Jahre alt waren. Die Schutzrate betrug in dieser Gruppe 67,8%. Die niedrigsten Titer hatten Kinder, die in den ersten sechs Lebensmonaten geimpft worden waren und die bei der Titerbestimmung 7–8 Jahre alt waren; der Anteil der gegen Meningokokken C Geschützten lag hier bei 7,1%. Eine Impfdosis nach dem ersten Lebensjahr — wie in Deutschland empfohlen — erhöhte die Seroprotektion. Allgemein bestand eine positive Korrelation zwischen dem Alter bei der Impfung und der Dauer des Schutzes.

„Acht bis zwölf Jahre nach einer Impfung mit einer Meningokokken-C-Konjugatvakzine ist nur noch einer von drei Geimpften geschützt“, so die Autoren. Dies zeige, wie wichtig Studien zur Seroprävalenz sind, um anfällige Gruppen zu identifizieren und die Impfpolitik mit Informationen zu versorgen.

Literatur

  1. Pérez-Breva L. Vaccine 2017;35:2949–54 https://doi.org/10.1016/j.vaccine.2017.04.022CrossRefGoogle Scholar

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Authors and Affiliations

  • Robert Bublak
    • 1
  1. 1.

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