kurz notiert

Nahe und ferne Metastasen: Unterschiedliche Evolution?

Fernmetastasen sind sich genetisch ähnlicher als Tumorabsiedlungen in Lymphknoten. Darauf deutet zumindest eine aktuelle Untersuchung, für die ein Team um Johannes G. Reiter, Palo Alto, CA/USA, verschiedene Filiae in zwei kleinen Kohorten von Patienten mit gastrointestinalen Karzinomen analysiert hat [Reiter JG et al. Nat Genet. 2020; http://doi.org/ggxbbg].

Das Ergebnis könnte nach Auffassung der Forscher dafür sprechen, dass nahe und ferne Metastasen einem unterschiedlichen Evolutionsdruck unterworfen sind: Während relativ viele unterschiedliche Tumorzellen Lymphknoten befallen können, sind nur vergleichsweise wenige Zellen dazu in der Lage, Absiedlungen in anderen Organen zu gründen. Das könnte also für einen speziellen Fernmetastasenzellsubtyp sprechen, der sich etwa durch die Fähigkeiten auszeichnet, den Blutstrom zu entern, länger durch den Körper zu reisen und in organspezifischen Milleus zu überleben.

Allerdings kommen für die genetische Ähnlichkeit der Fernmetastasen auch alternative Erklärungsansätze infrage: Zum Beispiel könnte eine Fernmetastase die andere hervorbringen. Hier bedarf es also weiterer Forschung, gerade auch bei anderen Tumoren.

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Borchers, M. Nahe und ferne Metastasen: Unterschiedliche Evolution?. InFo Hämatol Onkol 23, 47 (2020). https://doi.org/10.1007/s15004-020-8125-1

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