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InFo Onkologie

, Volume 21, Issue 3, pp 49–49 | Cite as

62. GTH-Jahrestagung

Thromboserisiko bei Krebs: Neue Puzzleteile

  • Moritz Borchers
onkologie aktuell

Unter dem Motto „Das Rad dreht sich weiter“ trafen sich Mediziner und Wissenschaftler zur Jahrestagung der Gesellschaft für Thrombose- und Hämostaseforschung (GTH) in Wien, um sich über die neuesten Erkenntnisse ihres Fachs auszutauschen. Dabei wurden auch neue Daten vorgestellt, die helfen, das erhöhte Thromboserisiko bei Krebs besser zu verstehen.

Nahezu 1.200 Forscher trafen sich in Wien, um über aktuelle Fortschritte zur Thrombose- und Hämostaseforschung zu disktutieren.

© A. Karnholz / stock.adobe.com

VTE-Risiko bei Krebs: Hinweise aus dem Thrombozyten-Proteom

Warum ist das Risiko für eine venöse Thromboembolie (VTE) bei Krebs erhöht? In einer aktuellen Studie wurde in diesem Zusammenhang untersucht, ob Gesunde und Krebspatienten sich darin unterscheiden, welche Thrombozyten-Proteine exprimiert werden (Thrombozyten-Proteom).

Es gibt nicht nur Unterschiede im Thrombozyten-Proteom zwischen Gesunden und Krebspatienten, sondern auch zwischen Patienten mit unterschiedlichen Tumorerkrankungen. Zudem gibt es Hinweise auf eine Verbindung zwischen Thrombose und dem Immunsystem bei Krebserkrankten. Das sind die Ergebnisse einer aktuellen explorativen Studie, die ein Team um Lisa-Marie Mauracher, Wien, präsentiert hat [Mauracher L et al. GTH. 2018;Abstr QC 7.5].

Die Forscher hatten das Thrombozyten-Proteom von 19 Patienten mit ZNS-Tumoren, 20 Patienten mit Lungenkrebs und sechs Patienten mit einem Pankreaskarzinom mit dem Thrombozyten-Proteom von 45 gesunden Kontrollprobanden verglichen. Dabei stießen Mauracher und ihr Team auf Unterschiede in 16 Proteinen. Die meisten der identifizierten Proteine stünden im Zusammenhang mit der Ausprägung des Zytoskeletts; andere bezögen sich auf die Interaktion zwischen Thromobozyten wie die Zelladhäsionsmoleküle Integrin α-IIb oder Integrin α-6, so die Wissenschaftler. Auch gab es Unterschiede zwischen Gesunden und Krebserkrankten im Hinblick auf die Proteindisulfidisomerase (PDI) und GRP-78 („glucose-regulated-protein-78“); beide wären mit der Thrombus-Bildung und Aggregation assoziiert.

Integrin α-IIb sei bei allen Krebspatienten signifikant niedriger exprimiert worden, so die Mediziner um Mauracher. Dagegen sei die Expression von PDI bei Patienten mit Lungentumoren gesteigert, bei Patienten mit ZNS- und Pankreastumoren dagegen erniedrigt gewesen.

Die Expression des „leucocyte elastase inhibitor“ war bei allen Krebspatienten herabgesetzt. Auf Basis dieses Befundes lasse sich spekulieren, dass es eine Verbindung zwischen einer Thrombose und dem Immunsystems gäbe, so Mauracher und ihr Team.

Literatur

  1. Bericht von der 62. Jahrestagung der Gesellschaft für Thrombose- und Hämostaseforschung (GTH) vom 20.–23. Februar 2018 in Wien.Google Scholar

Copyright information

© Springer Medizin Verlag GmbH, ein Teil von Springer Nature 2018

Authors and Affiliations

  • Moritz Borchers
    • 1
  1. 1.

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