InFo Onkologie

, Volume 21, Issue 1, pp 37–37 | Cite as

Myelodysplastisches Syndrom

Im Spätstadium nehmen kardiovaskuläre Todesursachen zu

  • Peter Leiner
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Kardiovaskuläre Erkrankungen (CVD; „cardiovascular disease“) als Todesursache werden bei Patienten mit myelodysplastischem Syndrom (MDS) im Verlauf ihrer Erkrankung immer häufiger. Und: mehr als fünf Jahre nach der MDS-Diagnose sind sie als Todesursache nicht nur häufiger als die MDS selbst, sondern auch häufiger als in der Normalbevölkerung. Dies ist das Ergebnis einer aktuellen SEER-Analyse. Für die Wissenschaftler ein Argument für eine verstärkte kardiovaskuläre Überwachung in der Nachsorge von MDS-Patienten.

Basis der Untersuchung waren Befunde von fast 30.000 Patienten aus dem US-Register SEER, die zwischen 2001 und 2011 eine MDS-Diagnose erhalten hatten und über mindestens zwei Jahre nachbeobachtet werden konnten. Dabei wurde zwischen Patienten mit einer Niedrig-Risiko-MDS, Intermediär-Risiko-MDS und Hoch-Risiko-MDS differenziert. 89,3 % der Patienten aus der Gruppe mit Hoch-Risiko-MDS verstarben im Verlauf des 2-Jahres-Follow-Ups, 73,7 % aus der mit Intermediär-Risiko-MDS und 64,8 % aus der mit Niedrig-Risiko-MDS. Insgesamt lag zwei Jahre nach der MDS-Diagnose die kumulative Inzidenz der Todesfälle aufgrund der malignen Erkrankung bei 23 %. Der Anteil einer CVD-bedingten Todesursache betrug nur 8 %. Je weiter aber die MDS-Diagnose zurück lag, desto häufiger kam es zu CVD-bedingten Todesfällen — im alters- und geschlechtsadjustierten Vergleich 2,21 häufiger als in der Normalbevölkerung.

Die Forscher fordern daher insbesondere für Patienten mit einer Niedrig-Risiko-MDS eine bessere Langzeitbegleitung mit regelmäßiger Kontrolle der kardiovaskulären Parameter, damit frühzeitig adäquat behandelt werden kann.

Literatur

  1. Brunner AM et al. Risk and timing of cardiovascular death among patients with myelodysplastic syndromes. Blood Adv. 2017;1(23):2032–40.CrossRefPubMedPubMedCentralGoogle Scholar

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Authors and Affiliations

  • Peter Leiner
    • 1
  1. 1.

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