Therapie der Akne

Das Potential wirksamer Dermatokosmetika nutzen

Den Zusammenhang zwischen dem Mikrobiom und der Entstehung von Akne verdeutlichte Prof. Brigitte Dréno, Nantes/Frankreich, wie folgt: Aufgrund einer qualitativen und quantitativen Modifikation des Sebums komme es zu einer Veränderung der Hautbarriere sowie des Hautmikrobioms und der pilosebakösen Follikel. Dies resultiere in einer Aktivierung des angeborenen Immunsystems und in der Folge in einer entzündlichen Akne. Bei erwachsenen Frauen können (nach Antibiotika-Gaben) resistente Stämme von Propionibacterium acnes eine chronische Stimulierung des angeborenen Immunsystems verursachen. Dréno forderte daher ein Umdenken bei der Aknetherapie. Wie Angeles Fonolla-Moreno von La Roche-Posay berichtete, eigne sich das Dermatokosmetikum Effaclar Duo (+) für Personen mit Hautunreinheiten und fettiger, zu Akne neigender Haut.

In einer randomisierten doppelblinden Studie wurde das Dermatokosmetikum mit einem topischen Antibiotikum (4 % Erythromycin) bei erwachsenen Patienten mit milder bis moderater Akne verglichen [Dréno B et al. Exp Dermatol 2017; 26: 798-803). Nach 28 Tagen wurden Hautproben von 26 Probanden ausgewertet. Beide Produkte verringerten die entzündlichen und nicht entzündlichen Läsionen signifikant, allerdings zeigte das Dermatokosmetikum eine umfassendere Wirkung: Während das topische Antibiotikum vor allem die Anzahl an Actinobakterien verringerte, reduzierte das Pflegepräparat auch den aufgrund der Akne erhöhten Staphylococcus-Anteil. Den Autoren zufolge könnte das Dermatokosmetikum somit eine Alternative zu topischen Makroliden sein - ohne bakterielle Resistenzen zu verursachen.

Pressekonferenz DermLive am 24.11.2020; Veranstalter: La Roche-Posay

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Hofmann-Aßmus, M. Das Potential wirksamer Dermatokosmetika nutzen. ästhet dermatol kosmetol 13, 46 (2021). https://doi.org/10.1007/s12634-021-1448-6

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