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ästhetische dermatologie & kosmetologie

, Volume 10, Issue 2, pp 47–47 | Cite as

Interview mit Dr. Klaus Hoffmann, Bochum

Dermalfiller verleihen Volumen und verbessern die Hautqualität

  • Springer Medizin
infopharm

Was sind die typischen Zeichen der Alterung im Gesicht, die Sie bei Ihren Patienten vorfinden?

Hoffmann: Die Alterung des Gesichts setzt sich im Wesentlichen aus drei Komponenten zusammen. Die erste Komponente ist die Alterung durch Erschlaffung der Haut. Dabei verändern sich Kollagenbündel und elastische Fasern, vor allem durch UV-Strahlung, aber auch durch genetische Faktoren. Des Weiteren reduziert sich die Knochensubstanz. Patienten verstehen relativ gut, dass die Wirbelsäule im Alter zusammensinkt und man kleiner wird. Die wenigsten Patienten haben allerdings im Fokus, dass sich auch der gesamte Schädel verändert. Das gilt für die Kieferknochen, wie für die Augenhöhle, wie für die Nase. Als Drittes verändert sich das subkutane Fettgewebe. Diese drei Komponenten machen das gealterte Gesicht aus. Und genau hier setzt man bei der Behandlung an. Man kann die Haut entweder durch den Einsatz von Geräten von außen straffen, oder aber, und das wird heute im Allgemeinen bevorzugt, Filler einsetzen. Filler adressieren insbesondere zwei Komponenten. Sie geben erstens Volumen. Zweitens lassen sie die Haut gesünder und jünger durch den Kollagenaufbau aussehen. Hierfür sorgen die kleinen Bruchstücke der Hyaluronsäure, welche auch die Hydratation der Haut verbessern. Die verbesserte Hydratation der Haut sorgt außerdem dafür, dass Fettgewebe langsamer abgebaut wird und die Haut nicht so schnell altert.

Die Vycross™-Technologie verknüpft kurzkettige und langkettige Hyaluronsäuremoleküle. Welche Vorteile ergeben sich durch diese Form der Vernetzung?

Hoffmann: Ich benutze gerne das Bild vom Stahlbetonbau. Wenn man sich lange Stahlstangen vorstellt, zwischen die flüssiger Beton gegossen wird, dann bekommen wir eine relativ hohe Festigkeit. Im Grunde macht die Vycross™-Technologie etwas sehr ähnliches. Das heißt, sie nehmen die sehr langen Hyaluronsäureketten und verbinden diese sehr eng mit kurzkettigen. Die langen Hyaluronsäureketten wären die Stahlstangen und die kurzkettigen wären der Beton dazwischen. Man kann sich sehr gut vor Augen führen, dass die Festigkeit, die man dadurch erreicht, eine sehr hohe ist. Aber man kann die Substanz auch sehr gut flüssig in eine Form gießen, wie man diese gerne haben möchte. Das ist der zweite Vorteil dieser Technologie. Gleichsam werden Produkte, die diese Technologie verwenden, auch langsamer abgebaut als Vorläuferprodukte.

Hyaluronsäurefiller geben nicht nur Volumen, sondern können auch zur Auffrischung des Teints dienen. Welcher Mechanismus liegt dabei zugrunde?

Hoffmann: Wenn man Filler injiziert, passieren verschiedene Dinge. Zum einen sind es wieder die Bruchstücke, die zur Kollagenneubildung anregen. Zweitens erfolgt ein direkter Einfluss auf die Hydratation sowohl innerhalb der Dermis als auch, wenn man es ganz knapp unter die Haut spritzt, in der Epidermis selber. Es gibt sowohl in den Adipozyten der Dermis als auch in den Keratinozyten der Epidermis sogenannte Aquaporinkanäle. Diese Aquaporinkanäle sorgen für den Wasseraustausch intrazellulär zu extrazellulär. Die injizierte Hyaluronsäure attrahiert Wasser, welches dann über die Aquaporinkanäle in den Adipozyten ausgetauscht werden kann. In histologischen Studien von Allergan wurden Aquaporinkanäle auch an den Keratinozyten gezeigt, sodass man davon ausgehen darf, dass der „Glow-Effekt“ auch auf eine Verbesserung des Wasseraustausches in den Keratinozyten zurückzuführen ist.

Das Interview führte Ingo Schroeder.

Literatur

  1. Interview im Rahmen des 20. International Master Course on Aging Science (IMCAS), Paris, 1. Februar 2018Google Scholar

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