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Sozial Extra

, Volume 42, Issue 2, pp 66–69 | Cite as

Rezensionen

  • Benedikt Hörter
  • Gaby Strassburger
  • Siegmund Pisarczyk
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Soziale Arbeit und Recht Fallsammlung und Arbeitshilfen

Christof Stock, Barbara Schermaier-Stöckl, Verena Klomann, Anika Vitr (2016)

Soziale Arbeit und Recht Fallsammlung und Arbeitshilfen

Nomos

ISBN 978-3-8487-3313-2

491 S., 39 Euro

Im Vorwort des Lehrbuchs „Soziale Arbeit und Recht“ heißt es, dass das Buch einen umfassenden Einblick in das für die Soziale Arbeit maßgebliche Recht geben soll. Das Autor_innenteam besteht aus zwei Professor_innen für Recht in der Sozialen Arbeit, einer Professorin für Theorien und Konzepte Sozialer Arbeit und einer Anwältin, die auch als Lehrbeauftragte im Bachelor-Studiengang Soziale Arbeit tätig ist. Das Lehrbuch richtet sich an Studierende und Praktiker_innen der Sozialen Arbeit. Die AutorInnen gehen zudem davon aus, dass die aufgegriffenen Rechtsgebiete in der juristischen Ausbildung wenig beachtet werden. Deshalb richtet sich die Veröffentlichung auch an Jurist_innen.

Auf fast 500 Seiten befassen sich die Autor_innen mit den vielfältigen Problemlagen der Menschen, mit denen Professionelle der Sozialen Arbeit zu tun haben. Nach zwei grundlegenden Kapiteln hinsichtlich des Umgangs mit juristischen Texten und den Handlungsfeldern zwischen Sozialer Arbeit und Recht, befasst sich das Lehrbuch mit verschiedenen Problemlagen.

Dies sind insbesondere die Problemlagen von Menschen in finanziellen Schwierigkeiten sowie Probleme, die in Krisen- und Konfliktsituationen bei Paaren, in Familiensystemen sowie mit Kindern und Jugendlichen entstehen und fokussiert dabei auf die für die Soziale Arbeit relevanten rechtlichen Grundlagen für diese sozialarbeiterischen Hilfe-, Beratungs- und Unterstützungskontexte. Desweiteren befasst es sich mit der Sozialen Arbeit im Bereich der Bildung, hier insbesondere mit rechtlichen Grundlagen für pädagogische Fachkräfte in den Kindertagesstätten, den Schulen und anderen Bildungseinrichtungen.

Weitere aufgegriffene Handlungsfelder sind die Soziale Arbeit mit Menschen mit Behinderungen, mit kranken und pflegebedürftigen Menschen, mit Migrant_innen und Flüchtlingen und mit Opfern von Gewalttaten und mit den Straftäter_innen. Weitere Schwerpunkte sind etwa Sozialdatenschutz und Schweigepflicht, das Haftungsrecht, die Sozialhilfeleistungen, die Kinder- und Jugendhilfe, das Betreuungswesen, die Eingliederungshilfen für Menschen mit Behinderung etc. Diese Aufzählung macht deutlich, dass das Ziel, einen umfassenden Einblick zu geben, umfänglich umgesetzt worden ist.

Dieses Lehrbuch ist meines Erachtens sowohl für die systematische Einarbeitung in einen der o.g. Bereiche geeignet als auch als Nachschlagewerk. Bei Unsicherheiten können die pädagogischen Fachkräfte der Sozialen Arbeit durch dieses Fachbuch eine systematische Einführung in die rechtlichen Grundlagen bekommen. Diese rechtlichen Grundlagen sind — neben sozialarbeiterischen Wissensbeständen — das Fundament, auf dem eine fachliche Haltung entwickelt werden kann. Methodisch ist dieses Buch sehr praxisnah aufgebaut. Hinsichtlich der unterschiedlichen Handlungsfelder wird jeweils ein Praxisfall dargestellt, an dem die theoretischen Kenntnisse vermittelt werden.

Die besondere Kunst der Sozialen Arbeit ist es, die unbestimmten Rechtsbegriffe im Einzelfall sozialpädagogisch zu definieren und nachvollziehbar zu bewerten. Insbesondere in diesem Spannungsfeld, in dem sich Jurist_innen und Sozialarbeiter_innen bewegen, ist es wichtig die Kriterien z.B. für eine sozialpädagogische Stellungnahme vor Gericht transparent darzustellen und für andere Professionen und für die Betroffenen nachvollziehbar werden zu lassen. Dies wird z.B. deutlich bei dem Begriff: „Kindeswohlprinzip“. Hier stellen die Autor_innen die rechtlichen Grundlagen der §§ 1671 Abs. 1 S. 2 Nr. 2 sowie 1684 Abs. 3 BGB dar und zeigen die unterschiedlichen Kindeswohlkriterien auf, die Sozialarbeiter_innen bei ihrer Stellungnahme und Einschätzung hinzuziehen sollten, um eine professionelle und fundierte Position entwickeln zu können.

In einem zweiten Buch, „Fallsammlung und Arbeitshilfen“, werden verschiedene Fälle dargestellt und Musterlösungen präsentiert. Diese Methode verstärkt den Transfer des theoretischen Lehrbuchs zur Praxis noch stärker. Lesenden werden am Anfang Fälle geschildert, um anschließend systematische und methodische Vorgehensweisen in Einzelschritten aufzuzeigen.

Als Leiter der Sozialen Dienste eines Jugendamtes sind mir insbesondere die Probleme bei der Einarbeitung neuer Kolleg_innen in ein komplexes Aufgabengebiet bekannt. Es ist häufig schwierig, Lehrbücher zu finden, die unterschiedlichste Problembereiche behandeln. Denn selbst, wenn man nur in einem scheinbar klar umrissenen Aufgabengebiet der Sozialen Arbeit tätig ist, muss man andere Bereiche der Sozialen Arbeit kennen, um verantwortungsvoll handeln zu können. So reicht es zum Beispiel nicht aus, wenn man in einem Allgemeinen Sozialen Dienst (ASD) eines Jugendamtes arbeitet, „nur“ das Kinder- und Jugendhilferecht zu kennen, sondern man muss auch Grundkenntnisse haben, wie z.B. hinsichtlich existenzsichernden Sozialhilfeleistungen. Man sollte z.B. wissen, wann ist die Arbeitsagentur zuständig, wann das Jobcenter oder das Sozialamt. Welche Hilfen gibt es für Menschen mit Behinderungen und wer prüft diese auf welcher rechtlichen Grundlage? Welche Sozialleistungen sind vorrangig zu gewähren? Sozialarbeiter_innen und Sozialpädagog_innen sollten unabhängig von ihrem tatsächlichen Arbeitsfeld wissen, welche Sozialleistungen es gibt und welche Institutionen zuständig sind, damit die Bürger_innen sich in dem Dickicht der unterschiedlichen Zuständigkeiten zu Recht finden können.

Um diesen Anspruch gerecht werden zu können ist das Studium dieses Fachbuches und der Fallsammlung sehr zu empfehlen. Diese beiden Bücher sind wichtige Beiträge, um den Fachkräften der Sozialen Arbeit zu helfen, auf rechtlicher Grundlage fachlich fundiert und damit professionell zu arbeiten.

Beteiligung von Adressat_innen im Studium Sozialer Arbeit: Chancen und Grenzen für die Profession

Anne-Katrin Frische (2017)

Beteiligung von Adressat_innen im Studium Sozialer Arbeit: Chancen und Grenzen für die Profession

Verlag Barbara Budrich

ISBN 978-3-8474-2130-6

eISBN 978-3-8474-1118-5

120 Seiten

16,90 Euro

Die Studie von Anne-Katrin Frische diskutiert ein innovatives Konzept, das, ausgehend von britischen Hochschulen, nach und nach auch in Deutschland aufgegriffen wird. Doch während sich beispielsweise bei der EASSW-Konferenz der europäischen Hochschulen 2017 schon mehr als 30 Vorträge mit „Service User Involvement in Social Work Education“ befassten, ist die deutschsprachige Literatur dazu immer noch überschaubar. Erste Publikationen (Leers und Rieger 2013; Leers 2014) fokussierten die Situation in Großbritannien (dort wurde Service User Involvement 2003 gesetzlich verankert), um Perspektiven für Deutschland abzuleiten. Später wurden in Berlin und Esslingen praktizierte Ansätze analysiert. So wurde anschaulich dokumentiert, welches Potenzial Service User Involvement in Deutschland besitzt: „Partizipation als Gestaltungsprinzip in der Hochschullehre. Wenn Betroffene zu Lehrbeauftragten werden“ (Rieger 2015 in: soziales_kapital, 14(0), S. 98–111) und „Was ist gute Soziale Arbeit? StudentInnen und Service User arbeiten gemeinsam in einem Lehr- und Lernprojekt“ (Laging und Heidenreich 2016 in: Sozial Extra, 40(2), S. 12–15).

Die im Sommer 2017 erschienene Studie von Anne-Katrin Frische ist nunmehr die erste deutsche Buchpublikation zum Thema. Sie basiert auf der empirischen Begleitforschung zu einem Theorieseminar im Bachelorstudiengang Soziale Arbeit und erschien in der Reihe „Thesispreis des Fachbereichs Sozialwesen der KatHO NRW, Abteilung Köln“. Die Autorin fokussiert einen entscheidenden Punkt: hat Service User Involvement einen Mehrwert im Hinblick auf die Qualität der Lehre und worin besteht dieser im Wesentlichen? Dabei will sie insbesondere untersuchen, welche Potenziale Service User Involvement im Hinblick auf die Auseinandersetzung mit dem Verhältnis von Theorie und Praxis in der Sozialen Arbeit hat.

Teil 1 „Theoretische Fundierung und Konstituierung des Forschungsgegenstandes“ (S. 12–49) beleuchtet zunächst das Verhältnis von Theorie und Praxis in der Sozialen Arbeit und im Studium. Dann werden Erfahrungen mit Service User Involvement in Großbritannien dargestellt. Im Anschluss setzt sich die Autorin mit diversen Begrifflichkeiten für die Zielgruppen Sozialer Arbeit und den Grundlagen von Partizipation auseinander. Der kurze Abschnitt über Beispiele partizipativer Praxis in Deutschland lässt leider einen Bezug zu den bereits publizierten Ansätzen in Berlin und Esslingen vermissen und bezieht sich ausschließlich auf das Kölner Seminar, wobei dessen tatsächliche Ausgestaltung des Service User Involvements relativ unklar bleibt. Teil 2 „Methodischer Zugang und empirische Forschungspraxis“ (S. 50–85) gibt einen Überblick über den Aufbau der Untersuchung, die sich auf die Perspektive der Studierenden beschränkt. Die Autorin stellt das aus Beobachtung, Gruppendiskussionen und schriftlicher Befragung bestehende Verfahren der Datenerhebung und die dokumentarische Auswertungsmethode ausführlich dar. Teil 3 „Zusammenführung der zentralen Ergebnisse“ beginnt mit der deskriptiven Darstellung (S. 85–104) dessen, was die Studierenden zum Verhältnis von Theorie und Praxis äußern, wie anstrengend sie die Auseinandersetzung mit Theorien empfinden und wie ihnen die Beteiligung von Adressat_innen im untersuchten Seminar half, um Wissens-, Könnens- und Handlungskompetenz zu erwerben. Zudem wird gezeigt, wie die Studierenden die beteiligten Adressat_innen sehen und dass sie die partizipative Gestaltung des Seminars ausgesprochen positiv beurteilen.

In der Diskussion der Untersuchungsergebnisse (S.105–108) werden diese Befunde kritisch reflektiert. Die Autorin hebt hervor, dass die Studierenden auch nach dem Seminarbesuch mehrheitlich ein unreflektiertes Verständnis von Theorie und Praxis zum Ausdruck bringen. Angesichts dessen konstatiert sie, dass „die Beteiligung von Adressat_innen auch ihr Ziel verfehlen [kann] beziehungsweise die Argumentationsmuster von Studierenden darin unreflektiert weiter verfestigen [kann]“ (S.106). Da sich aber auch eine positive Auswirkung auf die Motivation und Lernbereitschaft der Studierenden feststellen lasse, und sich ihre Bereitschaft erhöhe, sich mit Theorien zu befassen, lohne es, den Ansatz weiter zu vertiefen. Denn „die Beteiligung von Adressat_innen [liefert] die Möglichkeit der umfassenden Reflexion von Theorien“ (S.108) Diesen „zusätzlich bereitgestellten Reflexionsrahmen“ gelte es „intensiv zu nutzen“ (S.108).

Damit zeigt die Studie, dass Service User Involvement nur dann qualitätssteigernd wirkt, wenn das Verhältnis zwischen theoretisch-akademischem und erfahrungsbasiertem Wissen im Seminar angemessen reflektiert werden kann. Eine wichtige Erkenntnis, die es bei der Konzeption von Lehrveranstaltungen zu berücksichtigen gilt. Es braucht ausreichend Zeit und Raum, um die Aussagekraft der beiden Wissensformen zu diskutieren und im Lernprozess zu integrieren.

Interkulturelles Training. Trainingsmanual zur Förderung interkultureller Kompetenzen in der Arbeit

Christel Kumbruck und Wibke Derboven (2016)

Interkulturelles Training. Trainingsmanual zur Förderung interkultureller Kompetenzen in der Arbeit

3, vollständig überarbeitete Auflage

Springer-Verlag: Berlin Heidelberg

ISBN 978-3-662-43461-1

238 Seiten, 49,99 Euro

In Zeiten der Globalisierung ist interkulturelle Kompetenz notwendiger denn je. Fremde Kulturen zu verstehen ist für viele weltweit operierende Unternehmen ein Schlüssel zum Erfolg. Kommunikation und die Offenheit für andere Kulturen sind der erste Schritt einer Verständigung. Der Wille, andere Kulturen zu verstehen und ohne Vorurteile zu handeln, kann beiden Seiten zugutekommen.

Christel Kumbruck (Hochschule Osnabrück) und Wibke Derboven (TU Hamburg-Harburg) stellen ein didaktisch gelungenes Werk mit relevanten sozialen, pädagogischen und kulturpolitischen Hintergründen vor. Es basiert auf dem Konzept der beiden früheren Auflagen, das allerdings stark überarbeitet wurde. Die Arbeit besteht aus den vier Teilen „Theoretische Grundlagen“, „Didaktische Grundlagen“, „Trainingseinheiten“ und „Anwendungsfelder“. Folgende Fragen werden darin untersucht: Wodurch wird Kultur gekennzeichnet? Wie ist interkulturelle Kompetenz zu lernen? Woraus besteht ein interkulturelles Training? Welche Chancen ergeben sich dadurch in der Arbeit?

Die Begriffe „Kultur“, „Konflikt“, „Lernen“ und „Kommunikation“ werden am häufigsten in dieser Studie verwendet. Damit lässt sich rückschließen, dass Interkultur bzw. das Interkulturelle ein Sammelsurium von diversen Einflussfaktoren ist, etwa sozialen und politischen, individuellen und gemeinschaftlichen, wertenden und neutralen, sprachlichen und nonverbalen, religiösen und weltoffenen, ordnenden und zufälligen, kognitiven und und emotionalen, isolierenden und integrierenden etc. Jede Kultur basiert auf einem spezifischen Kommunikationsmuster; sie wird meist unbewusst erlebt und produziert eigene Verhaltensregeln.

Der Begriff der Interkultur ist zu einem Modewort geworden. Mit interkulturellem Wissen lassen sich bestimmte Probleme, z.B. im Bereich der Migrationsforschung, besser lösen (insbesondere seit September 2015). Voraussetzung für den Erwerb interkultureller Kompetenz ist u.a., die mehrsprachige Kommunikation zu beherrschen. Damit verbunden ist das Kulturverständnis des Anderen. Diesem soll mit Empathie, Toleranz und Akzeptanz begegnet werden. Mit Hilfe des interkulturellen Trainings lassen sich dies bezügliche Fähigkeiten und Kompetenzen bewusst und konstruktiv fördern. Zu Recht wird bereits im Vorwort auf die Bedeutung der Akkulturation im Sinne des Verständnisses und der Anpassung an zweite oder dritte ‚fremde‘ Kulturen verwiesen. Die Folgen einer nicht gelungen Akkulturation können für den Einzelnen schicksalhafte Formen annehmen, z.B. eine Rückkehr ins Heimatland. Am Beispiel des Deep-Level-Kompetenz-Modells wird gezeigt, dass zur Erweiterung interkultureller Handlungsmöglichkeiten Menschen in Interaktionen erworbener interkultureller Kompetenz bedürfen.

Interkulturelle Kompetenz lässt sich nur in bestimmten Schritten erlenen. Im Zentrum dieses Lernprozesses stehen z.B. Werteanalyse, „Alltagspraktiken“ und interkulturelle Teams. Bereits diese Bezeichnung deutet darauf hin, dass sich Vertreter mehrerer Kulturen daran beteiligen. Diese sollen bestimmte Wege bzw. Konzepte entwickeln, um eigene Ergebnisse zu evaluieren, um besser reflektieren zu können. Eine interkulturelle Kommunikation, z.B. „face to face“, kann dabei behilflich sein, um das Gegenüber live zu erleben. So können auf dieser Basis Übereinstimmung bzw. Wertkonflikte frühzeitig erkannt werden. Der Band liefert wichtige Erkenntnisse über die komplexe Vielfalt der Förderung interkultureller Kompetenzen in der Arbeit. Besonders betont wird dabei, dass man andere Kulturen dialogisch wahrnehmen und Konflikte im Zuwanderungsland friedlich lösen kann.

Reaktion auf den „Berliner Brief“ in Sozial Extra 1|18 („Was darf auf der Fassade einer Hochschule stehen? Diskussion um ein Gedicht“)

Liebe Redaktion,

mit Interesse habe ich den ‚Berliner Brief‘ von C. Wolfgang Müller gelesen, der in der letzten Ausgabe die Alice Salomon Hochschule Berlin betraf. Vor allem die Schlussaussage des Autors kann ich nur bekräftigen! Allerdings stimmen in dem Text einige Angaben zur Hochschule nicht. Diese möchte ich kurz richtigstellen / erläutern:
  • Die Alice Salomon Hochschule hat fast viertausensend Studierende (im WiSe 2017/18 waren es 3.735) in den Kernbereichen Soziale Arbeit, Bildung, Erziehung und Gesundheit.

  • Zusätzliche Aufbaustudiengänge für Gemeindedolmetscher und Stadtteilmütter sind nicht geplant.

  • Bei dem Studiengang für ‚biografisches und kreatives Schreiben‘ handelt es sich um einen weiterbildenden Masterstudiengang.

  • Die Hochschule schrieb einen Ideenwettbewerb zur Neugestaltung der Fassade aus, der ergebnisoffen war. Eine Neubeschriftung der Fassade wurde vorab nicht beschlossen oder entschieden. Hierzu die Darstellung der Hochschule: „Im vergangenen Jahr wiesen Vertreter_innen der Studierenden im Akademischen Senat darauf hin, dass der Inhalt des Gedichts „avenidas“ diskriminierend aufgefasst werden könne. Weiterhin wurde im Akademischen Senat diskutiert, dass die Hochschule bei der Auswahl des Gedichtes im Jahr 2011 nicht einbezogen worden sei und es kein transparentes Verfahren gegeben habe. Nach der Empfehlung des Akademischen Senats hat sich dann die Hochschulleitung im Wintersemester 2016/17 dazu entschlossen, ein partizipatives Verfahren für die Gestaltung der Fassade zu erarbeiten, in dem die verschiedenen Standpunkte aller Hochschulangehörigen eingebracht werden können.“ (www.ash-berlin.eu, download am 25.10.2017)

  • Inzwischen ist der Wettbewerb entschieden. „Nach Abstimmung des Akademischen Senats wird die Hochschule ein Gedicht der Poetikpreisträgerin Barbara Köhler ab Herbst 2018 auf der Fassade zeigen“ (ASH-Presseerklärung vom 23.1.2018; https://www.ash-berlin.eu/hochschule/presse-und-newsroom/presse/pressemitteilungen/news/alice-salomon-hochschule-berlin-entscheidet-sich-fuer-die-kunst-auf-ihrer-suedfassade/)

Regina Rätz (Alice Salomon Hochschule Berlin)

Kurz & bündig

Schutzkonzepte

Online-Kurs

Organisationen, die Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene mit Fluchterfahrung betreuen, müssen sichere Orte sein, an denen die jungen Menschen geschützt sind vor körperlicher, emotionaler und sexualisierter Gewalt, wo ihnen ihre höchstpersönlichen Rechte zugestanden und ihnen Entwicklungs-, Bildungs- sowie Teilhabechancen eröffnet werden. Ziel des Online-Weiterbildungskurses „Schutzkonzepte“ ist es deshalb, Mitarbeitende, die in Organisationen Verantwortung für junge Menschen tragen, bei der Entwicklung und Implementierung von Schutzkonzepten zu unterstützen. Schutzkonzepte im Kontext der Arbeit mit jungen Menschen mit Fluchterfahrungen bedeuten für Einrichtungen, dass sie ihren Umgang mit Diversität weiterentwickeln („Diversity Development“) und Mitarbeitende dafür qualifizieren müssen. Der Online-Kurs stellt Grundlagen-, Fach- und Rechtstexte, Videos, Praxistipps und Reflexionsaufgaben zur Verfügung, u.a. zu den Themen persönliche Rechte, Interkulturalität und Diversität als Aufgaben partizipativer Organisationsentwicklung sowie mit dem Umgang mit Mehrsprachigkeit und Diskriminierung. Der Kurs beginnt im Juli, Anmeldungen sind bis zum 18.6. möglich. Mehr/Details: https://shelter-schutzkonzepte.elearning-kinderschutz.de/

Wettbewerb

Gärten der Integration

Nach dem erfolgreichen Wettbewerb 2017 setzt die Deutsche Umwelthilfe (DUH) ihre Auszeichnung „Gärten der Integration“ in diesem Jahr fort. Mitmachen dürfen Gartenprojekte und Initiativen, die Geflüchtete einbeziehen. Schwerpunkt des diesjährigen Wettbewerbs ist das Thema „Empowerment“, also die Erfahrung, dass die eigenen Fähigkeiten gebraucht werden und Veränderungen herbeiführen können. Mit dem Wettbewerb möchte die DUH das Engagement aller Beteiligten für eine tolerante und diverse Gesellschaft durch interkulturelle Lernorte ehren. Beim gemeinsamen Gärtnern bieten sich viele Anknüpfungspunkte für Geflüchtete, mit dem Leben in Deutschland vertraut zu werden und einen Platz in der Gesellschaft zu finden: Durch das „Wurzelnschlagen“ bei der Gartenarbeit, das Kennenlernen der hiesigen Flora und Fauna, das Kontakteknüpfen sowie das Einbringen der eigenen Fähigkeiten. 2018 zeichnet die DUH wieder drei „Gärten der Integration“ aus. Diese erhalten ein Preisgeld von 500 Euro. Ab sofort können sich Gärten bewerben. Fachlich und finanziell gefördert wird der Wettbewerb innerhalb eines Sonderprogramms „Umwelt und Geflüchtete“ durch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU). Mehr/Details: https://www.duh.de/gaerten-der-integration/

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Authors and Affiliations

  • Benedikt Hörter
    • 1
  • Gaby Strassburger
    • 1
  • Siegmund Pisarczyk
    • 1
  1. 1.Deutschland

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