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ProCare

, Volume 23, Issue 3, pp 48–48 | Cite as

freizeit & leben

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Pee Wee Ellis Widmet Sich Duke Ellington

Bezaubernd, berührend und ein bisschen funky

Ein warmer melodischer Saxophonklang, reich an Energie und eine große Wertschätzung für die Meilensteine der Jazzgeschichte — der US-amerikanische Musiker Pee Wee Ellis bietet mit seinem aktuellen Projekt „In my Ellingtonian Mood“ ein wunderschön-stimmungsvolles Beispiel für die Zeitlosigkeit dieser Musik. Doch während sich der „Duke“ mit seiner prägenden Musik meist im opulenten Klang der Bigband präsentierte, reduziert Pee Wee Ellis in seiner Hommage an den großen Pianisten des Jazz die Besetzung auf ein intimes Duo: mit dem Pianisten Danny Grissett erschafft er da sein eigenes Ellington-Klanguniversum. Und nicht zuletzt blitzt da doch immer wieder unbändiger Funk durch. Für keinen geringeren als James Brown, den „Godfather of Soul“, und dessen Band fungierte Pee Wee Ellis einst als Musikdirektor, schrieb eine Vielzahl an Stücken für das Ensemble und leistete damit einen wesentlichen Beitrag zum legendären Sound des Soul und Funk.

So gesehen, ist sein „Ellingtonian Mood“ mit Danny Grissett geradezu zahm — und bezaubernd. Die Auswahl reicht von „I’m beginning to see the light“ über „In a sentimental Mood“ und „Sophisticated Lady“ bis „I got it bad“ und schließlich „Caravan“ im vertraut-angeregten Zwiegespräch. Nichts geht da von der Gültigkeit und dem umwerfenden Schwung der Grundsubstanz verloren, die in Pee Wee Ellis’ und Danny Grissetts Diktion erfrischend aktuell schillert. Eine sehr emotionale und berührende Stimmung, die der Soul-Funk-Veteran da im Geiste des 1974 verstorbenen Ellington weiterführt.

Pee Wee Ellis: In my Ellingtonian Mood

produziert bei: MINOR MUSIC, Vertrieb: in-akustik GmbH & Co. KG

Weltkulturerbe In Wien

Diesmal geht es um das Labyrinth — als kultureller Urschatz

Während Politiker und Bevölkerung also noch heftig um Sinn und Unsinn von Wien als Weltkulturerbe diskutieren, will das privat initiierte und getragene Projekt „Labyrinths in Europe“ das Europäische Weltkulturerbe-Jahr mit einem ganz speziellen Angebot würdigen. Als kultureller Urschatz der Menschheit soll ein temporäres Labyrinth im kommenden Frühling am Wiener Schwarzenbergplatz zum Erkunden der manchmal verzweigten Wege des Lebens einladen.

Theseus gelang mit einem guten Plan — basierend auf weiblichem Erfindungsreichtum — der Rückzug aus einem der berühmtesten Labyrinthe der Geschichte, und das schon vor mehr als 3000 Jahren. Wenn auch archäologisch nicht belegt und streng genommen handelte es sich dabei um einen Irrgarten, denn sonst hätte er auch ohne Ariadnes roten Faden den Rückweg aus dem verzweigten Höhlensystem des Königs Minos gefunden. Benedict und Beatrice, die widerspenstigen Liebenden in Shakespeares „Viel Lärm um Nichts“, finden symbolkräftig in einem grünen Labyrinth im Park zueinander. In Stein geritzte Darstellungen solcher Wege und Irrwege finden sich an den unterschiedlichsten Orten in Europa und sie werden bis in die Bronzezeit im 2. Jahrtausend vor unserer Zeitrechnung datiert. Es gibt Graffiti in Pompeji, römische Mosaiken, gotische Labyrinthe in Frankreich, die „Trojaburgen“ in Skandinavien und die Rasenlabyrinthe in Großbritannien. Ausgehend von Europa verbreitete sich das Labyrinthsymbol bis nach Russland, Syrien, Afghanistan, Indien, Sri Lanka, Indonesien, Mexiko und die USA.

Photo: © Juergen-Hohmut

Ein frühes Labyrinth in Skandinavien: Trojaburg Ornunga in Schweden.

Nur ein Pfad führt zum Ziel

Egal in welcher Form, gemeinsames Kennzeichen ist ein System von Linien oder Wegen mit zahlreichen Richtungsänderungen. Während das klassische Labyrinth nur einen — wenn auch verschlungenen — Pfad zum Ziel aufweist, führt die zweite Variante als Irrgarten auch auf falsche Fährten mit unvermuteten Enden des Wegs. Mit den zahlreichen Möglichkeiten einschließlich jener des Scheiterns, ist das Labyrinth auch zum Sinnbild für den Lebensweg des Menschen geworden. Dementsprechend erfreuen sich Labyrinthe über die Zeiten einer ungebrochenen Faszination und Begeisterung und sie haben auch in der Kunst ihren Niederschlag gefunden.

Photo: © Ivo-Apollonio

In fünf Umläufen wird das Labyrinth am Schwarzenbergplatz geführt.

Ein Kunstprojekt ist nun auch die Outdoor-Ausstellung, die der labprojects kulturverein mit Tina Zickler am Schwarzenbergplatz installieren wird: Ein rundes Labyrinth mit fünf Umgängen, das aus 400 heimischen Zier- und Nutzpflanzen gestellt wird, u.a. Flieder, Schneeball, Haselnuss, Dirndlsträucher, Palmkätzchen, Pfaffenhütchen und einige Apfelbäumchen. Die begehbare Raumskulptur hat einen Durchmesser von 33 Metern mit fünf Umgängen und sie wird im natürlichen Wandel des Frühlings immer wieder neue Eindrücke geben. Eröffnung ist am 14. April und bis 3. Juni ist das Labyrinth kostenlos zugänglich.

Täglich von 9.00 — 19.00 Uhr

Informationen: www.labyrinths-europe.wien

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