Literaturübersicht – Warum?

Editorial

Overview of the literature—Why?

Die Herzchirurgie ist ein vergleichsweise junges Fach, welches eine bemerkenswerte Entwicklung in den letzten 60 Jahren durchlaufen hat. Während in der Anfangszeit technische Entwicklungen im Vordergrund standen und das chirurgische Therapieangebot praktisch oft konkurrenzlos war, nimmt die Anzahl der medikamentösen und interventionellen Alternativverfahren kontinuierlich zu. Es ist daher wichtig, nicht nur die chirurgischen Techniken zu kennen und zu beherrschen, sondern auch deren Wirkung im Kontext der Alternativverfahren beurteilen zu können – nur dann kann in der heutigen Zeit ein Patient adäquat über mögliche Therapieverfahren, deren Wirkung und Prognose aufgeklärt werden – nur so kann ein Chirurg bewerten, ob das operative Risiko eines Verfahrens lohnenswert ist und guten Gewissens empfohlen werden kann – nur so kann man im täglichen Wettbewerb mit den anderen Disziplinen sachlich in den Schnittbereichen der Fächer diskutieren. Ich führe daher mit meinem Team seit einiger Zeit routinemäßig am Ende des Jahres systematische Literaturrecherchen durch, die uns in den Hauptbereichen der Herzchirurgie und in den Grenzbereichen zur konservativen und zur interventionellen Therapie auf den neuesten Stand des Wissens bringen. In diesem Jahr haben wir auf Anregung der DGTHG diese Literaturrecherche für die Bereiche der Therapie der koronaren Herzerkrankung und der Herzklappenchirurgie in zwei deutschen Artikeln zusammengefasst. Wir beginnen jeweils mit einer allgemeinen Einführung in die Thematik und illustrieren dann, was im letzten Jahr publikatorisch hinzugekommen ist. Bei über 20.000 PubMed-Referenzen zu den Begriffen „cardiac surgery“ und „2017“ kann diese Übersicht nicht vollständig sein und leidet sicher auch unter unserer Art der Betrachtung. Wir hoffen aber, trotz dieser Limitierungen, mit den Artikeln die Ausbildung des akademischen Fachwissens in unserer Disziplin zu unterstützen, und hoffen, ebenfalls eine Referenzenquelle für das tägliche Argumentieren zu bieten. Viel Spaß beim Lesen.

Prof. Dr. T. Doenst

Notes

Interessenkonflikt

T. Doenst gibt an, dass kein Interessenkonflikt besteht.

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© Springer Medizin Verlag GmbH, ein Teil von Springer Nature 2018

Authors and Affiliations

  1. 1.Klinik für Herz- und ThoraxchirurgieUniversitätsklinikum JenaJenaDeutschland

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