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Medizinrecht

, Volume 36, Issue 2, pp 100–103 | Cite as

Übersehen tumorverdächtiger Aufhellung im Röntgenbild kein Behandlungsfehler

BGB §§280 Abs. 1, 823 Abs. 1
  • OLG Koblenz, Hinweisbeschl. v. 20.2.2017 – 5 U 1349/16 (LG Mainz)
RECHTSPRECHUNG

Zusammenfassung

1. Ein nicht zu vertretender reiner Diagnoseirrtum, aber kein Behandlungsfehler liegt vor, wenn bei einer Röntgenuntersuchung eine winzige Aufhellung auf der linken Seite nur unter Berücksichtigung der später gewonnenen Erkenntnisse zum Vorliegen eines tumorösen Geschehens bereits als entsprechender Hinweis eingeordnet werden kann.

2. Liegt ein Diagnoseirrtum vor, obliegt es nicht der Behandlungsseite, nachzuweisen, dass sich die gestellte (unzutreffende) Diagnose als in der gegebenen Situation vertretbare Deutung der Befunde darstellt.

3. Plausibilisiert ein medizinischer Sachverständiger seine eingehend begründete Beurteilung einer angegriffenen Diagnosestellung durch die “Erprobung” seiner Bewertung durch die testweise Befundauswertung durch radiologische Institutsärzte, ist dies nicht zu beanstanden und kann bei der Beweiswürdigung flankierend herangezogen werden. (Leitsätze des Bearbeiters)

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Authors and Affiliations

  • OLG Koblenz, Hinweisbeschl. v. 20.2.2017 – 5 U 1349/16 (LG Mainz)

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