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Monatsschrift Kinderheilkunde

, Volume 166, Issue 5, pp 445–445 | Cite as

Mehr an Individualität, aber auch an Vernetzung und Abstimmung

Pionierarbeit des Kiz Augarten
  • H. Howanietz
Leserforum
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More on individuality as well as networks and harmonization

Pioneer work by the Pediatric Medical Center in Augarten

Leserbrief zu

Kerbl R, Voitl P (2018) Ambulante pädiatrische Versorgung in Österreich. Status quo und mögliche Zukunftsmodelle. Monatsschr Kinderheilkd 166: 124–130.  https://doi.org/10.1007/s00112-017-0431-9

Erwiderung

Kerbl R, Voitl P (2018) Wohin die Reise tatsächlich geht … Monatsschr Kinderheilkd.  https://doi.org/10.1007/s00112-018-0495-1

Mit großem Interesse las ich den ausführlichen Beitrag in der Monatsschrift Kinderheilkunde aus dem Heft 2 (Februar 2018) Bd. 166, in dem die ambulante pädiatrische Versorgung in Österreich dargestellt wurde. Die hier erwähnten Probleme der Feminisierung in der Pädiatrie, die sich in einer immer größer werdenden Bedeutung der „work life balance“ zu Buche schlägt, aber auch die sinkende Ausbildungsqualität für Allgemeinmediziner scheint sich nicht nur in Österreich problematisch darzustellen, sondern scheint ein europaweites Problem zu sein.

Aus eben diesen Gründen haben wir bereits 2007 an einer Einrichtung im zweiten Wiener Gemeindebezirk gearbeitet, die sowohl der Kollegenschaft einerseits als auch den speziellen Bedürfnissen der Kinder im niedergelassenen Bereich andererseits Rechnung trägt. Das kindermedizinische Zentrum im Augarten (Kiz Augarten) stellt österreichweit das erste und bislang einzige selbstständige Ambulatorium für Allgemeinpädiatrie dar. Es hält an 7 Tagen in der Woche offen und bezieht sog. Zusatzprofessionen wie Psychologie, Physiotherapie, Ergotherapie, Ernährungsberatung sowie Gesundheits- und Krankenpflege durch diplomierte Gesundheits- und Krankenpfleger (DGKP) ein. Diese Sicherstellung von Therapieexpertise und -kontinuität als echtes, neuartiges Zusatzangebot ergänzt und verbessert die Qualität der Kinderheilkunde im niedergelassenen Bereich. Selbstverständlich arbeiten hier mehrere Kolleginnen in Teilzeit, und auch Allgemeinmediziner und Ausbildungsassistenten finden ihren Arbeitsbereich. Nicht unerwähnt bleiben soll aber darüber hinaus die Versorgung an den Wochenenden und an sog. Randzeiten unter der Woche, an denen das Kiz Augarten einem beträchtlichen Versorgungsauftrag nachkommt.

Ich schließe mich Ihrer Meinung an, dass es gerade in Zukunft zwingend noch mehr neuer Modelle bedarf als bisher, glaube aber auch, dass der Zusammenschluss mehrerer Kolleginnen und Professionen sowie die Regionalität mehr als bisher zur Beurteilung des jeweiligen Versorgungsmodells herangezogen werden müssen. Es wird ein Mehr an Individualität brauchen, aber auch ein Mehr an Vernetzung und Abstimmung der Bedürfnisse unserer Kinder unter uns Kinderärzten fernab von persönlichen oder sonstigen Interessen.

Das Kiz Augarten leistet in allen Punkten der von Ihnen für die Zukunft einer Basisversorgung unserer Kinder gewünschten und empfohlenen Leistungen Pionierarbeit und sollte auch deswegen als eine zukunftsorientierte Einrichtung im niedergelassenen Bereich nicht unerwähnt bleiben.

Mit der Bitte um Kenntnisnahme schließe ich als dankbarer Leser

Ihr

Helmuth Howanietz

Notes

Interessenkonflikt

H. Howanietz gibt an, dass kein Interessenkonflikt besteht.

Copyright information

© Springer Medizin Verlag GmbH, ein Teil von Springer Nature 2018

Authors and Affiliations

  1. 1.WienÖsterreich

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