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Uro-News

, Volume 22, Issue 4, pp 58–58 | Cite as

Weniger Nierensteine unter Statinen

  • Dagmar Kraus
Literatur kompakt
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Statine entfalten neben der Senkung des Cholesterinspiegels scheinbar weitere positive Effekte, etwa im Hinblick auf Nierensteine.

Die Hypothese „unter Statinen sinke das Nierensteinrisiko“ konnte bereits vor vier Jahren nachgewiesen werden. Damals wurden jedoch weder Lipidlevel noch Risikofaktoren für Nierensteine in der Studie berücksichtigt.

US-amerikanische Urologen suchten nun in institutseigenen Patientendaten nach Probanden, die zwischen 2009 und 2011 erstmalig die Diagnose „Hyperlipidämie“ erhalten und zuvor noch nie Statine eingenommen hatten, und werteten retrospektiv deren Krankengeschichte im Hinblick auf neu aufgetretene Nierensteine bis 2015 aus. Etwa die Hälfte der Patienten hatte aufgrund der erhöhten Lipidwerte ein Statin verschrieben bekommen.

Bei Patienten ohne eine Nierensteinerkrankung in der Vorgeschichte lag die Neprolithiasis-Inzidenz um 20 % niedriger, wenn sie ein Statin eingenommen hatten. Bei Patienten, die schon einmal Probleme mit Nierensteinen hatten und mit Statinen behandelt wurden, sank die Inzidenz sogar um 36 %. Auch bei Berücksichtigung verschiedener Nierenstein-begünstigender Faktoren blieb die Statineinnahme mit einer geringeren Inzidenzrate assoziiert (OR 0,57, 95%-KI 0,53 0,61), wobei der protektive Effekt bei Patienten mit Nierensteinen in der Vorgeschichte deutlicher ausfiel (OR 0,53, 95%-KI 0,42 0,66).

Auch wenn die Lipidwerte bei den Statinanwendern im Durchschnitt niedriger als bei den Nichtanwendern waren, ein klinisch signifikanter Zusammenhang zwischen Gesamtcholesterin- oder LDL-Konzentration und Steinrisiko fand sich nicht. So lag der LDL-Spiegel bei Patienten mit neu diagnostizierten Nierensteinen im Median sogar etwas niedriger als bei denen ohne, und das unabhängig von einer Statintherapie. Die Triglyzeridwerte hingegen waren bei Nierensteinpatienten im Durchschnitt höher.

Fazit: Die Ergebnisse legen nahe, dass Statine die Bildung von Nierensteinen verhindern können, wenn auch das Studiendesign keine Rückschlüsse auf einen Kausalzusammenhang zulässt. Die stärkste Assoziation ist bei den Statinanwendern auszumachen, die zuvor bereits aufgrund von Nierensteinen behandelt werden mussten. Im Gegensatz zu den Triglyzeriden korrelierte die Höhe des Gesamtcholesterins wie auch des LDL-Cholesterins nicht mit dem Steinrisiko. Daher vermuten die US-amerikanischen Urologen, dass die steinprotektive Wirkung der Statine eher auf ihre antiinflammatorischen und antioxidativen Effekte zurückzuführen sei als auf die Lipidsenkung.

Literatur

  1. Cohen AJ et al. Impact of Statin Intake on Kidney Stone Formation. Urology 2018; https://doi.org/10.1016/j.urology.2018.01.029.Google Scholar

Copyright information

© Springer Medizin Verlag GmbH, ein Teil von Springer Nature 2018

Authors and Affiliations

  • Dagmar Kraus
    • 1
  1. 1.

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