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Heilberufe

, Volume 70, Issue 4, pp 59–59 | Cite as

IM FOCUS

Digitale Pflege in Deutschland?

  • Irene Maier
PflegePositionen 4/2018
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Kaum eine Diskussion im Gesundheitsbereich kommt derzeit am Thema Digitalisierung vorbei. Der Koalitionsvertrag von Union und SPD will die elektronische Patientenakte für alle Versicherten. Die pflegerische Versorgung soll mit den Möglichkeiten der Digitalisierung weiterentwickelt werden, so dass sowohl Pflegekräfte als auch pflegebedürftige Menschen Informations- und Kommunikationstechnologien sowie neue technische Anwendungen besser nutzen können. Dazu gehöre auch, die Pflege in die Telematikinfrastruktur einzubeziehen. Soweit der Koalitionsvertrag.

Bisher kratzen wir nur am Potenzial der Digitalisierung im Gesundheitsbereich. Das zeigt auch der kürzlich geäußerte Vergleich eines Kassen-vertreters, der gar den Berliner Eckkneipen einen höheren technischen Digitalisierungsgrad zuschreibt als manchen Krankenhäusern. Natürlich hinkt ein solcher Vergleich, aber dennoch: Die Digitalisierung im Gesundheitsbereich benötigt eine klare Richtung. Und im Mittelpunkt der Digitalisierung müssen die professionell Pflegenden stehen. Sie sind es, die an den wesentlichsten Schnittstellen dazu beitragen, dass die Pflege gelingt.

Die Fehler der letzten Legislaturperiode, in der der Bundesgesetzgeber die professionell Pflegenden „vergessen“ hat, müssen umgehend korrigiert werden. Das betrifft das E-Health-Gesetz. Die Pflege braucht mehr als die ihr zugebilligten Leserechte. Wer die Digitalisierung mit ihren Chancen voranbringen will, der braucht die professionelle Pflege als Mitentscheider im Boot.

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© Springer Medizin Verlag GmbH, ein Teil von Springer Nature 2018

Authors and Affiliations

  • Irene Maier
    • 1
  1. 1.

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