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Heilberufe

, Volume 70, Issue 4, pp 8–8 | Cite as

Kate setzt sich ein

Nursing Now: WHO will Frauen in der Pflege stärker fördern

PflegeAktuell News

_ In Krankenpflege und Geburtshilfe stehen weltweit Personalengpässe bevor, warnt die Weltgesundheitsorganisation (WHO). Mit der Kampagne „Nursing Now“ rührt sie die Werbetrommel für einen besseren Zugang von Frauen zu diesen Berufen. In vielen Ländern sind die Hürden hoch. Große Medienresonanz erfuhr der Start von „Nursing Now“ in London. Dort eröffnete Kate, die Herzogin von Cambridge, die Kampagne. Die Ehefrau des britischen Prinzen William sagte: „Ich gratuliere und danke allen beruflich Pflegenden weltweit für das, was sie bei ihrer Arbeit jeden Tag leisten und erreichen.“

Die WHO geht davon aus: 2030 müssten insgesamt 71,8 Millionen Menschen im Gesundheitsbereich arbeiten, um den weltweiten Bedarf zu decken — davon entfielen 37,2 Millionen auf Pflegekräfte und Hebammen, so die WHO in ihrem jüngst erschienenen Bericht „Nursing and Midwifery in the History of the World Health Organization 1948–2017“. Im Rahmen der auf drei Jahre angelegten globalen Offensive soll in Zusammenarbeit mit dem International Council of Nurses (ICN) die Gesundheitsversorgung verbessert werden — durch eine Profilschärfung und eine Besserstellung der Krankenpflege und Geburtshilfe.

Royale Unterstützung beim Start der Kampagne „Nursing Now“ in London mit Kate, Herzogin von Cambridge.

© CN

Fünf Kernbereiche wollen WHO und ICN mit ihrer Kampagne adressieren: So soll zum einen den Pflegerinnen und Hebammen — mehr als die Hälfte der Angehörigen der beiden fokussierten Versorgungsbereiche sind weiblich — im gesundheitspolitischen Kontext mehr Gehör verschafft werden, zum anderen wird für ein stärkeres finanzielles Engagement geworben — und damit um mehr staatliche wie private Investitionen in das bestehende Gesundheitspersonal sowie in potenzielle Arbeitskräfte. Erschwerend kommt hinzu, dass vor allem in vielen Entwicklungsländern Frauen der Zugang zu Bildung und damit zum Erwerb einer entsprechenden Berufsqualifikation zur Pflegekraft und/oder zur Hebamme verweigert oder zumindest mit hohen Hürden versehen wird.

Der dritte Eckpfeiler ist die Forderung, mehr Pflegekräfte und Hebammen als Führungskräfte in den Gesundheitssystemen und den jeweiligen Gesundheitswirtschaften einzubinden. Ergänzt werden soll dies mit der vierten Säule: der Forschungsförderung. Wissenschaftler sollen somit identifizieren, wo die Assistenzkräfte den meisten Einfluss im System ausüben könnten. Als fünfte Maßnahme setzen die beiden Partner auf den internationalen Vergleich via Best-Practices-Modellen in der Krankenversorgung.

Das Jahr 2020 als Ziel: Mit der Abwicklung der Kampagne betraut ist die unabhängige gemeinnützige britische Stiftung Burdett Trust for Nursing. Nach deren Angaben soll bis zum Jahr 2020 unter anderem erreicht werden, dass alle Länder einen Plan zur Entwicklung von Krankenpflege und Geburtshilfe haben, mehr Gelder in diese beiden Versorgungsbereiche fließen und sich mehr Pflegekräfte sowie Hebammen in der Berufsausübung oder in der Ausbildung befinden. Das Jahr 2020 ist dabei nicht zufällig gewählt. Denn dann steht der 200. Geburtstag der berühmten britischen Krankenschwester Florence Nightingale an, die als Begründerin der modernen westlichen Krankenpflege und als einflussreiche Reformerin des Sanitätswesens und der Gesundheitsfürsorge in Großbritannien gilt.

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Authors and Affiliations

  • maw
    • 1
  1. 1.

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