Quiz zum Thema Arzneimittelsicherheit und CITES

FormalPara Frage 1: Traditionell wurden Nebenwirkungen in der Chinesischen Medizin sorgfältig beobachtet. Durch jahrhundertelange Erfahrung konnten folgende Risiken relativ gut beurteilt werden:
  1. a)

    akute Toxizität

  2. b)

    chronische Toxizität

  3. c)

    Abortrisiko bei Behandlung in der Schwangerschaft

  4. d)

    Missbildungsrisiko bei Behandlung in der Schwangerschaft

  5. e)

    Kanzerogenität

FormalPara Frage 2: Unter welcher Arzneidroge treten unter europäischen Verhältnissen die meisten Nebenwirkungen auf, die therapeutische Interventionen (d. h. zumindest eine Dosisreduzierung) erfordern?
  1. a)

    Aconiti radix lateralis praeparata (Fuzi)

  2. b)

    Typhonii rhizoma praeparata (Baifuzi)

  3. c)

    Ephedrae herba (Mahuang)

  4. d)

    Glycyrrhizae radix (Gancao)

  5. e)

    Scutellariae radix (Huangqin)

FormalPara Frage 3: Welche Arzneidrogen erfordern eine besondere Aufmerksamkeit, weil bei ihnen eine wahrscheinliche oder mögliche Assoziation (d. h. es bestehen Hinweise darauf, aber der Zusammenhang ist nicht in allen Fällen ausreichend gesichert) mit Hepatotoxizität vorliegt?
  1. a)

    Dictamni cortex (Baixianpi)

  2. b)

    Polygoni multiflori radix praeparata (Zhiheshouwu)

  3. c)

    Bupleuri radix (Chaihu)

  4. d)

    Scutellariae radix (Huangqin)

  5. e)

    Psoraleae fructus (Buguzhi)

FormalPara Frage 4: Bei welchen Arzneidrogen ist bei Überdosierung oder unzureichender Vorbehandlung eine Hepatotoxizität bekannt?
  1. a)

    Gecko (Gejie)

  2. b)

    Xanthii fructus (Cang’erzi)

  3. c)

    Toosendan fructus (Chuanlianzi)

  4. d)

    Artemisiae argyi folium (Aiye)

  5. e)

    Gleditsiae fructus (Zaojiao)

FormalPara Frage 5: Unter das Artenschutzabkommen CITES fallen folgende Drogen:
  1. a)

    Curculiginis rhizoma (Xianmao)

  2. b)

    Cibotii rhizoma (Gouji)

  3. c)

    Cistanches herba (Roucongrong)

  4. d)

    Asini corii colla (Ejiao)

  5. e)

    Aucklandiae radix (Muxiang)

FormalPara Frage 6: Acori tatarinowii rhizoma (Shichangpu) ist in der Schwangerschaft kontraindiziert
  1. a)

    wegen des scharfen bitteren Geschmacks

  2. b)

    weil es β‑Asaron enthält, das sich im Tierversuch als karzinogen erwies

  3. c)

    weil es lebertoxische Pyrrolizidinalkaloide enthält

  4. d)

    weil es die Uterusmuskulatur kontrahiert

  5. e)

    weil es die Körperöffnungen frei macht

FormalPara Frage 7: Armeniacae semen (Kuxingren) und Persicae semen (Taoren) sollten nicht kombiniert werden, weil
  1. a)

    es sich um eine traditionelle Inkompatibilität handelt

  2. b)

    es sich zweimal um die Pflanzenteile Samen handelt

  3. c)

    beide den Darm befeuchten und den Stuhl erweichen

  4. d)

    beide Arzneidrogen Amygdalin enthalten, so dass leicht toxische Konzentrationen auftreten können

  5. e)

    Armeniacae semen (Kuxingren) auf das obere Calorium (oberer Wärmebereich, shangjiao) und Persicae semen (Taoren) auf das untere Calorium (unterer Wärmebereich, xiajiao) (absenkend) wirkt

FormalPara Frage 8: Bei Ephedrae herba (Mahuang) sind folgende Kontraindikationen zu beachten:
  1. a)

    erhöhter Blutdruck

  2. b)

    Schlafstörung

  3. c)

    Angstzustände

  4. d)

    Behandlung mit MAO-Hemmern

  5. e)

    Engwinkelglaukom

FormalPara Frage 9: In einem japanischen Krankenhaus traten unter 2139 Patienten, die mit Glycyrrhizae radix (Gancao) enthaltenden Kampo-Rezepturen behandelt wurden, 45 Fälle mit klinisch relevanten Blutdruckerhöhungen auf, 16 Fälle mit Ödemen und 10 Fälle mit Hypokaliämie. Wie hoch schätzen Sie die durchschnittlich diesen Patienten verabreichte Dosis von Glycyrrhizae radix (Gancao), berechnet als Rohdroge?
  1. a)

    9,7 g/Tag

  2. b)

    6,2 g/tag

  3. c)

    4,1 g/Tag

  4. d)

    3,4 g/Tag

  5. e)

    2,1 g/Tag

FormalPara Frage 10: Welche Aussage ist richtig?
  1. a)

    Coptidis rhizoma (Huanglian) ist in der Schwangerschaft absolut kontraindiziert, weil sie in einer Studie am Menschen mit einer erhöhten Missbildungsrate assoziiert war.

  2. b)

    Todesfälle unter chinesischer Arzneitherapie sind in Europa ausschließlich durch Hepatotoxizität bekannt geworden.

  3. c)

    Glycyrrhizae radix (Gancao) ist beim Prostatakarzinom kontraindiziert, weil sie eine androgene Wirkung hat.

  4. d)

    Unter Indigo naturalis (Qingdai) sind sehr selten Fälle einer ischämischen Colitis und Fälle einer pulmonalen Hypertonie aufgetreten.

  5. e)

    Das Arzneimittel Ciclosporin ist für Interaktionen mit chinesischen Arzneidrogen besonders anfällig.

Antworten

Antwort 1: Nur a) und c) sind richtig.

Antwort 2: d) ist richtig. Vor allem eine Blutdruckerhöhung dürfte relativ häufig auftreten, wird aber in der Regel zu wenig beachtet.

Antwort 3: Alle sind richtig.

Antwort 4: b), c), d) und e) sind richtig.

Antwort 5: b), c) und e) sind richtig. Bei Asini corii colla (Ejiao) handelt es sich um ein Tierschutz-, aber nicht um ein Artenschutzproblem.

Antwort 6: b) ist richtig.

Antwort 7: d) ist richtig.

Antwort 8: Alle sind richtig.

Antwort 9: e) ist richtig.

Antwort 10: a), b), d), e) sind richtig. b): An Todesfällen sind zwei Fälle aus England in den 90er-Jahren bekannt geworden. c): Glycyrrhizae radix (Gancao) hat eine ausgeprägte antiandrogene Wirkung, so dass es beim Prostatakarzinom bevorzugt eingesetzt werden kann.

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Wiebrecht, A. Quiz zum Thema Arzneimittelsicherheit und CITES. Chinese Medicine (2021). https://doi.org/10.1007/s00052-021-00003-7

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